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Blog von lebenundlaufen

Hier werden privat ausgerichtete Laufveranstaltungen angeboten. Eine aktuelle Ausschreibung ist für den 5. Heidschnucken-Ultra (111 km/20.05.2017) in der Rubrik "Seiten" zu finden. Angesprochen sollen sich alle fühlen, die Freude am Leben und am Laufen haben, denen Gemeinschaft und Spaß über Kilometer und Zeiten gehen.


Orientierungen, Kreise, Begegnungen

Veröffentlicht von Elke auf 8. April 2014, 09:53am

Kategorien: #Elke´s Laufbüchle (Auszüge)

Wir beenden das gemütliche Frühstück. Die Bäuche angenehm gefüllt. Die Herzen froh.

Rucksack packen.
Trinkflaschen füllen. 
Notgroschen und Handy nicht vergessen. 
Frank bastelt mir noch ein GPS-Apparätle hinten an den Rucksack; so kann Johnny Controletti alle meine geplanten, ungeplanten Schritte samt Exkursen ins Gebüsche nachprüfen. 

Die heutige Aufgabenstellung: Orientieren auf unbekannten Wegen. Erlaubte Hilfsmittel: Landkarte, Sonne und Sehnsucht. 
Eine Runde, etwa 30 Kilometerles. Zum Anfangs- oder Endstück des Heidschnuckenweges in Hamburg-Neugraben und nachhause. 

Wenn jemand über die herausragende Begabung verfügt, sich auch ohne irdische Anhaltspunkte primastens orientieren zu können, fällt es ihm schwer nachzuvollziehen, wenn ein anderer Mensch sich in einer Telefonzelle verläuft und orientierungslos ist. Und schon ist der pädagogische Ehrgeiz geweckt...

Ausgangs- und Zielpunkt ist, wie fast immer, die Haustüre. Lediglich die Richtung ist unterschiedlich. 
So wird es zwei spannende Momente geben:
Wann und wo begegnen wir uns? 
Und: begegnen wir uns? Falls nein, hat einer von uns einen verkehrten Weg genommen.

Abschied.
Loshoppeln. Gemächlich. 
Erst mal in Richtung Freilichtmuseum, dann geht es ein Stück auf dem Hanse-Weg weiter. Welcher Abzweig in den Wald ist der richtige? Und wie heißt gleich noch dieser Stein, an welchem der Heidschnuckenweg vorbeiführt? 
Etwas irreführend: Auf der Paul-Roth-Stein-Straße dahintrabend in Richtung Karlstein. Immer wieder schaue ich mir an markanten Punkten, Wegkreuzungen die Karte an um einen Blick für die Zusammenhänge von Realität und Kartenbild zu entwickeln. 

Herrliche Waldwege. Auf und ab.
Wanderer in kleinen Gruppen.
Reiter in sachtem Trab. 
Spaziergänger mit Regenschirm. 
Moutainbiker in scharfem Tempo den Weg für sich einfordernd.

Einbiegen auf den Heidschnuckenweg. 
Karlstein. 
Der Weg führt nun etwas ruppiger über Gewurzel.
Kaum zu glauben, dass hier in Hamburg derart Höhenmeter eingesammelt werden können!

Die Füße treten sicher auf, der Atem fließt, die Seele bekommt Raum. 
Da sind aber ein paar saftige Anstiege. Nicht bei allen gelingt es mir ganzlich hinauf zu traben. Hinuntersausen ist mitunter auch herausfordernd. 
Hach, das bereitet Freude!

Vogelgezwitscher. 
Erstes zartes Grün. 
Die Seele vertraut sich der Ruhe der Landschaft an. 
Ich laufe von einem Hügel hinab und in Frank´s Arme hinein. Alles, alles ist gut. 
Wir erzählen kurz miteinander, dann laufen wir wieder weiter. Bis nachher!

Es geht wieder aufwärts.
Mit einem Mal öffnet sich der Wald. Fischbeker Heide. 
Birken. Wacholder.
Sand. Steine.
Das Segelfluggelände ist stark bevölkert. 
Auf einem Bänkle genieße ich die Sonne, verzehre mein Vesper aus dem Rucksackwestle.
Ich folge dem H; der Weg ist gut ausgeschildert. Mit aufmerksamkeit und Konzentration ist hier ein Verlaufen, selbst für mich, nahezu unmöglich. 

Es treibt bei diesem traumschönen Frühlingswetter Massen von Menschen hinaus in die Natur.
Jung. Alt.
Dick. Dünn.
Mit Stöcken. Und ohne.
Familien. Paare. Grüpple. Einzelne.
Sonne tanken. Kräfte sammeln. Gemeinsam unterwegs sein.

Ein ganz einzigartige Landschaft! Sehr urtümlich. Wild und sanft gleichermaßen. 

So, nun heißt es einen Weg in einem unbekannten Stadtteil entwickeln um später wieder auf einen mir bekannten Weg zu gelangen. Ich orientiere mich an der Sonne; die Karte gibt jetzt nichts mehr her. 

Aha! 1 Kilometer zur S-Bahn. Ein paar Stationen gefahren und vertraute Wege heimhoppeln. 
Nein, dies möchte ich mir nicht erlauben! 
Ich finde den Weg schon nach Hause. Und zwar zu Fuß. Und alleine. Jawoll!

Sich besinnen. Päusle machen. Essen. Trinken. 

Einem Waldweg folgen.
Eine Entscheidung treffen, iwe es an der Kreuzung weitergeht.
Ich lauf also reichlich orientierungsfrei. Immer in Richtung Herzenssehnsucht. 
Auf.
Ab.
Links.
Rechts. 

Seltsam. Containerbrücken backbord. 
Also muss ich meine Schritte wieder deutlicher nach rechts lenken. 
Ah! Hier war ich schon mal! Eine Wirtschaft mit Holzskulpturen. 
Weitertraben. 
Es läuft wieder. die Unsicherheiten verflüchtigen sich. 
Mein nächstes Teilziel heißt Kärntner Hütte. 

Leichten Gebeines läuft es mich hügelaufwärts in den Harburger Bergen ( ja, einen Skilift gibt es auch ). 
Nur noch ganz wenige Schritte und ich bin wieder zuhause und werde lachend von Frank begrüßt. 

So sind wir miteinander unterwegs gewesen, haben Spannendes und Überraschendes erlebt. Zusammen und dem Weg zueinander.
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Petra 12/31/2014 17:29

Hi meine liebe Elke,

der post ist zwar schon älter - aber ich habe ihn heute erst entdeckt. Wow, liest sich das schön!

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und für 2015 alles, alles Gute! Wir sehn uns auf dem Heidschnuckenweg!

Viele liebe Grüße

Petra

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