Der Festtagsschweinehund
Mein innerlicher Schweinehund
treibts in der Weihnachtszeit recht bunt,
dann führt er prompt mich hinters Licht,
und ich nehm zu an Umfang und Gewicht.
Und dieses Jahr, das war gemein,
kam dieser Schweinehund nicht ganz allein,
er brachte mit noch Kameraden, -
nie hätte ich die eingeladen.
Die Couchkartoffel und der süsse Zahn
überfielen mich so ganz spontan.
Der Sportmuffel, der Stubenhocker
marschierten auf bei mir ganz locker.
Weil sie nichts hielten von Jogging und Diäten,
bin ich zum Fressmarathon bald angetreten,
und womit beim Spiel und Satz ich prunkte,
war der Sieg durch Kalorienpunkte.
Doch plötzlich bin ich aufgewacht,
grad wie mein Nachbar seine Runde macht.
Es war die fünfte seit dem Weihnachtsfest, -
ich sah ihn laufen - das gab mir den Rest.
Doch leider hatte ich für solche Tätigkeit
wohl oder übel nicht die Zeit,
denn ich musste unterdessen
einfach immerzu nur essen.
Dann am Sonntag, diesem segenreichen,
konnte ich mich endlich schleichen,
lief auf Joggingschuhen aus dem Haus,
nahm so vor meinem Freund Reißaus,
hab dann das Laufen auch gepackt,
die 10 km Marke prompt geknackt.
Ich lief mit Atemnot und schweren Beinen,
doch ach, die Zeit, die war zum Weinen.
Dass ich geflucht hab, zugegeben,
trotzdem hab ich nicht gleich aufgegeben.
So tat ich meinen Schweinehund besiegen,
als Häufchen Elend blieb er liegen.
Geknebelt, gefesselt und mattgesetzt
gab er dann auf zu guter Letzt.
Und weil mich Glückshormone jetzt beschwingen,
muss auch das Neue Jahr gelingen.
(Brunhilde Lomott)
