Gestern fand die Generalprobe des 1. Heidschnucken-Ultras statt. Allerdings ohne VPs, ohne Wendepunk- und Zielbüffet.Mangels weiterer Interessenten auch ohne große Beteiligung. Genaugenommen war ich der einzige Generalprober.
Dabei wollte ich die Strecke unter "Originalbedingungen" ablaufen. Als langsamer Läufer habe ich mir dafür die 6 Uhr-Startzeit ausgesucht.
Das Wetter war den Tag über ein einziges "Grau in Grau", immer wieder Regen. Dafür waren die Temperaturen mit maximal 9 Grad C sehr läuferfreundlich.
Den Rucksack vollgepackt mit Wechselklamotten, 1,5 Liter Wasser, 1 Liter Malzbier, 0,5 Liter Isogetränk, 300 Gramm Waffeln und ein paar Schokoriegeln lege ich um 05.55 Uhr einen klassischen Frühstart aufs Parkett.
Nach einer halben Stunde wird es schon hell.
Noch liegt Schnee am Wegesrand...
und auch auf den Wegen.
Wir hoffen dieses Problem innerhalb der nächsten zwei Wochen in den Griff zu kriegen.
Ansonsten waren die Wege sehr matschig, teilweise durch Forstmaschinen auch ganz schön kapputgefahren. Dennoch bin ich mit meinen normalen Straßenlaufschuhen ganz gut ausgekommen, Trailschuhe sind meines Erachtens nach nicht erforderlich.
Orientierungspunkt: der Fernsehturm in Langenrehm
Streckenmarkierung: Die Streckenmarkierung ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich verbessert worden, nur leider fehlt es an einem einheitlichen System der Markierung. Auf jeden Fall ist es immer ein weißes H auf schwarzem Grund. Manchmal an Bäumen, auch auf der Rückseite von Verkehrsschildern oder deren Pfosten, oder auch nur ganz klein auf Entfernungsschildern. Konzentrietertes Laufen ist also ganz wichtig, um sich nicht zu verlaufen.
VP 1 in Nenndorf (km 16,1). Man muss sich jetzt hier noch Fritz vorstellen.
Dann sind es noch 10 km bis Buchholz.
Dort wird man so empfangen. "Althaa hai". Ich nehme an die meinten "Hey, Alter.".
Am Bahndamm in Buchholz.
Kurz danach die Wasserstelle bei der (rad-)sportbegeisterten Familie Pechtl (km 27,9). Dort mache ich einen kurzen Stopp auf ein Schwätzchen mit Frau Pechtl und zum Wassernachfüllen. Die Einladung auf ne Tasse Kaffee muss ich leider ausschlagen, denn ich hab ja noch etwas Weg vor mir.
Gleich nach der Höllenschlucht endlich Heide...
und der Anstieg zum 129 m hohen Brunsberg. Keine Sorge, der Anstieg ist steiler als er hier scheint.
Oben angekommen wird man mit einer tollen Aussicht belohnt. Normalerweise.
Hier muss man sich jetzt Susanne und Marc dazu denken. VP 2 (km 34,4)
Vorsicht, nicht stolpern, Mon...!!!
Der Watzmann vom Büsenbachtal, der Pferdekopf, 79 m hoch. Steiler Anstieg.
Abstieg zum Büsenbachtal.
Die Golden Gate Bridge vom Büsenbachtal.
Hier ist der erste Marathon geschafft. Man beachte die Kennzeichnung des Heidschnucken-Weges im Entfernungsschild. Mein Ziel heißt Wesel, dort wo der Wendepunkt ist.
Das Seevetal. Einer der schönsten Streckenabschnitte.
Hier nochmals ein Beispiel für die Streckenkennzeichnung.
Seeve-Überquerung.
Nach 6h 42min erreiche ich den Wendepunkt. Die Streckenlänge, mit einer Garmin 110 gemessen, beträgt 50,7 km. Das entspricht den bisherigen Messungen und den Entfernungsangaben aus den Wanderkarten.
Nach einer Suppe und zwei Tassen Kaffee mache ich mich auf den Rückweg.
Nach der Pause läuft es sich auf einmal wieder viel besser als zum Schluß, auf den letzten 5 km vor dem Wendepunkt. 2 Stunden wird die Erholung anhalten, dann wirds wieder echt anstrengend.
Nochmals das wildromantische Tal der jungen Seeve.
Nur noch 352 km bis ins Ziel. Gefühlte.
Wer dem Stein geradeaus näher kommt, sieht dass Rechtsabbiegen angesagt ist.
Auch beim zweitenmal wird der Pferdekopf nicht niedriger, eher das Gegenteil.
Genau wie der Brunsberg.
Ganz gemein ist dann die Treppe am Buchholzer Bahnhof. Und wehe ich erwische hier jemanden, der den Aufzug nutzt.
Das Letzte, was ich im Hellen zu sehen kriege ist dieser stolze Gutshof in Langenrehm.
Hier wird auch die Wasserstelle der Familie Keckmann sein (km 13,7 und 87,7)
Um 22.04 Uhr, nach 16h 09min komme ich ziemlich fertig am Ziel an.
600 Vorbereitungskilometer in drei Monaten und 2 Marathons sind objektiv wohl zu wenig für nen 100er. Aber machbar.
Die Laufzeit setzt sich folgendermaßen zusammen:
6h 42min Hinweg
8h 37min Rückweg
50min Aufenthalt am Wendepunkt