Eigentlich mehr Lauf-, als Veranstalterbericht, denn dank des besten Teams, das man sich vorstellen kann, konnte ich das tun, was man als Veranstalter eigentlich nicht tun sollte, selber mitlaufen.
Ich hatte nämlich gedacht, das wäre weniger anstrengend, aber da habe ich mich gehörig geirrt.
Und hier ist, jedenfalls ein Teil des Best Teams, gut beschirmt, denn obwohl uns für heute viel Sonne und Temperaturen um 26 Grad C versprochen sind, schauert es kurz vor dem Start ganz ordentlich.
Ach, und jetzt ist das Team komplett, bis auf die, die erst im weiteren Verlauf dazukommen.
Marc (li.) hat heute die Vielseitigkeitprüfung zu überstehen. Statt eines geruhsamen Tages am Kanal, wie er sich das vielleicht vorgestellt hat, ernenne ich ihn zum Race Director, zum Kameramann und zum Lumpensammler-Fahrer. Allerdings habe ich die Hoffnung, dass Letzteres zum erstenmal in der Geschichte des ELKU nicht nötig sein wird.
Leider müssen wir dann aber im weiteren Verlauf doch drei DNFs verzeichnen, zwei aus gesundheitlichen, einer aus "Hab keinen Bock mehr und die Batterien von meinem MP3-Player sind leer"- Gründen.
Morgens um 08.15 Uhr in Lauenburg. Alle wasserscheu...
aber trotzdem fröhliche Gesichter. René zoomt sich schon mal das 66,9 km entfernte Ziel in Lübeck näher heran.
Affenzahn (li) freut sich gerade mit Birne (re) über dessen neue Laufschuhe, die erst 30 km unter den Sohlen haben. Was soll da eigentlich noch schiefgehen?
Kurz vor dem Start hört dann der Regen auf und wie man sehen kann, sind wir ein schön farbenprächtiges Starterfeld.
"Liesel, kannst den Schirm zuklappen, regnet nicht mehr!"
"Geh doch mal aus der Linse, René!"
Und da sind sie dann, alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und ein Teil des Teams.
Insgesamt vier Läuferinnen und 15 Läufer werden Punkt 08.30 Uhr von Liesel auf die Strecke gejagt. Ultraläufer aus dem gesamten norddeutschen Bereich und schon traditionell beim ELKU auch aus Berlin und diesmal sogar extra für den Lauf angereist, zwei Münchner. Dabei auch Teilnehmer, die an allen drei Veranstaltungen teilgenommen haben. Ich möchte hier mal Monika S. aus S. dabei hervorheben, die sie meiste Erfahrung auf dieser Strecke mitbringt, ganz einfach, weil sie bisher die meiste Zeit darauf verbracht hat.
Zwei gemeldete Teilnehmer waren nicht gekommen, einer musste am Vortag absagen, der andere war einfach nicht da.
Kurz danach der erste Verläufer. Der Weg gabelt sich. "Links oder rechts", höre ich es von vorne brüllen. "Rechts", brülle ich zurück. Natürlich falsch. Links wäre richtig gewesen. 30 zusätzliche Meter, die nicht in der Ausschreibung standen. Auweia!!!
Nach diesem Desaster vertraue ich mich dann doch lieber der Ortskenntnis der erfahrensten ELKU-Läuferin an.
Über die zweite Brücke hinter Lauenburg laufen wir dann auf die andere Kanalseite.
Ja, genau richtig so. Aber was macht der Geisterläufer denn da?
Dann haben wir es geschaftt, wir sind auf der "richtigen" Kanalseite.
Und hier die beiden mit der weitesten Anreise, Bärbel und Dirk Hasenjaeger aus München, dicht gefolgt von Monika, die gerade zur Hasenjaeger-Jägerin mutiert.
Und da sie sich so schön breit macht, bleibe ich erstmal dahinter. Außerdem gibt sie so einen Stoff, dass ich nur denke "Boah". Und da im Windschatten sowieso besser Laufen ist, bleibe ich erstmal bei ihr.
Damit es uns und den Kapitänen nicht langweilig wird, bei soviel Kanal, hat man alle paar Kilometer so eine Schleuse gebaut.
Kornelia iss dann auch gar nich langweilig.
Ganz schön was los hier.
Un dann führt die Strecke, wegen dieses Stichkanals vom Hauptkanal weg. Unnütze Meter, die man uns da aufbürdet.
Bei km 19 dann Katja und Marc bei einer nicht ausgeschriebenen Wasserstelle. Wegen der hohen Temperaturen haben wir uns entschieden zwei zusätzliche Wasserstellen einzurichten. Das war dann auch ganz gut so, sonst wären wir alle verdurstet.
Frisch getränkt geht es weiter.
Und kurz danach kommt Birne in Sicht.
Bei ihm kann ich Monika dann abgeben, die gebannt seinen Erzählungen über die Vorteile niegelnagelneuer Laufschuhe folgt.
Iss noch weit?
Ich hätte ja diesen Pott wohl genommen, der fuhr aber leider in die falsche Richtung.
Der schippert zwar in meine Richtung, nimmt aber grundsätzlich keine Anhalter mit.
Susanne und Liesel betreuen den VP bei Mölln (km 34). Und von den beiden muss ich dann berechtigte Schelte mir anhören.
Und das kam so...
Auf dem reichhaltig gedeckten Tisch, fehlte leider, und das muss ich mir als Veranstalter wohl ankreiden lassen, ...man mag es gar nicht glauben,...die Sahnetorte. Teufel auch, dass ich die vergessen konnte. Für 15 € Teilnahmegebühr darf man nun wirklich ja wohl Sahnetorte verlangen. Ich hoffe nur, dass durch diese Unterlassung dem Teilnehmer keine weiteren Nachteile entstanden sind, die eine vielleicht bessere Platzierung möglich gemacht hätten.
In einer Veröffentlichung, ich glaub es war in der DUV-Zeitung, war zu lesen und ich gebe das jetzt mal mit eigenen Worten wieder und so, wie ich es verstanden habe, dass ein vernünftig organisierter Lauf nicht unter 1 € Startgebühr pro Kilometer zu realisieren sei. Ergo, dies hier ist kein vernünftiger Lauf, ergo keine Sahnetorte. Oder ergo das Nächstemal 66,9 € Startgebühr?
Der Hafen von Mölln.
So wie woanders jedes Dorf seinen Kirchturm hat, hat hier jedes Dorf seinen Silo.
Kunst am Bau.
Gott sei dank, immer noch richtig.
Muss das denn sein, sonne Anstrengung bei sonner Hitze?
Nö!!!
Ultrabänkler Thorsten geniesst die Schönheiten des Elbe-Lübekischen-Kanales.
Iss aber auch schön hier.
Schön brennt auch die Sonne vom Himmel, Schattestücke leider Mangelware und viel zu kurz.
Das ist aber vielsprechend, so herzlich willkommen geheißen zu werden.
Und das stimmt sogar, denn gleich hinter der Brücke wartet die laufbegeisterte Familie Küntzel mit der zweiten zusätzlichen Wasserstelle und allerlei leckeren Süßig- und Salzigkeiten.
"Iss wirklich nicht mehr weit."
Und weil es hier so schön ist, da bleib ich auch gleich hier. "Ichn habe fertich."
Thomas aus Berlin muss leider wegen einer Schienbeinverletzung hier aussteigen.
Dabei hätte es doch noch so viele schöne Ruheplätze gegeben. Gerne hätte ich sie genutzt, aber ne, schließlich bin ich ja nicht zum Vergnügen hier.
Gerne nutze ich aber jede Möglichkeit mich nasszumachen, so wie diesen Steg.
Jetzt kann aber wirklich nicht mehr weit sein.
Ach Mensch, doch noch nicht Lübeck, erst Kronsforde.
Liesel verteilt diesmal keine Kleeblätter, dafür aber tröstende Worte. "Iss nicht mehr weit."
Badepause.? Nö, soll ja nicht mehr weit sein.
Dann ist der Elbe-Lübeck-Kanal zu Ende,....und immer noch kein Ziel. Verdammich aber auch.
Und dann endlich. Lübeck recht voraus.
Hinter mir bahnt sich Bedrohliches an. Aber, iss ja nicht mehr weit.
Kurz vor dem Gewitterregen mit Sturmböen werde ich im Ziel begrüßt, aber nur um gleich wieder weiter geschickt zu werden. Habe nämlich noch nicht fertig. Und das kam so:
Unser ursprünglich geplantes Ziel an der Puppenbrücke konnten wir wegen einer Baustelle nicht anlaufen. So hieß das Ziel Lachswehrbrücke und die liegt 1,9 Laufkilometer vor der Puppenbrücke. Um die ausgeschriebenen 66,9 km voll zu kriegen, hat Birgit dann eine Pendelstrecke von 950 Metern erdacht und gekennzeichnet.
So war man also im Ziel und doch noch nicht da.
Doch ne Puppenbrücke.
Liebevoll gekennzeichnet.
Für Hin- und Rückweg.
Auch für alle Nichtaufdenbodenblicker.
Ein paar Höhenmeter waren dann auch noch drin.
Und dann endlich der ersehnte Wendepunkt.
Goldig, nech???
Fachsimpeleien.
Gewitterbeobachter.
René will dann wohl demnächst die W40 aufmischen.
Racedirektor Marc hat immer seine Freude, wenn er Läufer die sich im Ziel wähnen, noch auf die Pendelstrecke schicken darf. Gemeiner Kerl, aber auch. Zur Strafe muss er beim nächsten ELKU wieder laufen, ich will dann nämlich der Wegschicker sein.
Und dann kommen sie, die erfahrenste ELKU-Läuferin und der Mann mit den niegelnagelneuen Laufschuhen.
Auch die müssen nochmals über die Brücke. Ätschi-Bätschi.
Guck mal, wie die sich alle freuen.
Iss ja auch ein tolles Bild, wie die sich so quälen.
Im letzten Momet kann Monika Birne zurückreissen und so verhindern, dass er sich noch um Zehntelsekunden vor ihr platziert.
Insgesamt drei gemeinsame Zieleinläufe haben wir gesehen. Immer wieder schön, wie die Ultrafamilie zusammenhält und wenn es dann zufällig hinkommt, die ganze oder den letzten Teil der Strecke bis ins Ziel zusammenbleibt. Wäre auch ja auch total behupft nach so einer Strecke, kurz vor dem Ziel noch an jemanden vorbeizuziehen.
"Kannst die Kappe jetzt abnehmen, Monika."
Und hier der schon viel erwähnte niegelnageneue Laufschuh. Nein, die Marke verraten wir jetzt nicht.
Nach 25 km fing die Sohle an, ihre eigenen Wege gehen zu wollen, sich vom Rest des Schuhs zu befreien, 3 km vor dem Ziel hatte sie es dann endlich geschafft. Adiedei.
ELKU-Veteranin nach insgesamt 31h 05min zwischen Lübeck und Lauenburg und Lauenburg und Lübeck.