Zahlenspielerei.
Wie oft ich hier duschen muss, das habe ich letztens schon gezählt. Noch öfter ist man sich am Umziehen, wenigstens dann, wenn man nicht wie die ganzen Prolls im Jogginganzug zu den Mahlzeiten kommen will. Jogginganzug und Motzen, ein fast zwangsläufiges Miteinander.
Aber jetzt mal die Umziehaktionen des gestrigen Tages:
Schlafanzug - Laufsachen - bürgerlich sportlich - bürgerlich zivil - Sportsachen - Laufsachen - bürgerlich zivil - bürgerlich sportlich - Schlafanzug.
Das sind neunmal umziehen. Jetzt weiß ich warum der Tag so schnell zu vergehen scheint.
Heute morgen zum Schlepperballett nur 4 Hansels. Immerhin einer mehr als gestern beim Laufen.
Ohne zu zögern gleite ich ..... ins 34 Grad warme Blubberbecken. Ich mutiere anscheinend gerade vom Warmduscher zum Eisbader. Das Pippibecken habe ich wieder für mich, keine Kollisionsgefahr also, sollte Typ "ohne meine Brille seh ich nichts" doch noch auftauchen.
Auf dem Weg in den Frühstücksraum, ein kurzer Stopp an der Wetterstation. - 13 Grad C, nicht schlecht. Werden heute doch Laufband und Co. meine Freunde?
Getuschel vom Nachbartisch, als ich mal wieder mit zwei Schüsseln Magerquark und Erdbeeren, getoppt mit nahrhafter Schlagsahne auftauche.
"Wo gibt's denn die Sahne?" "Aber der isst ja sonst nichts."
Ich grinse.
Gut gelaunt, drei vom Tisch Nr. 3 beim anschliessenden Vortrag über die Theorie der Rückenschule.
Dann sind zwei Stunden Zeit bis zum Mittagessen totzuschlagen. Nee, keinen Bock auf Laufband. Raus will ich.
Ich unternehme den nächsten Versuch "Oder Stausee". Noch einen Fehlversuch kann ich mir nicht leisten, dann wird das Ding zum Projekt. Bei - 11 Grad C versuche ich heute den unteren Scholbenweg,...
...nur mit dünner Schneedecke gepudert.
Nach 4 km der erste Blick auf die Staumauer.
Dann droht auch dieser Versuch zu scheitern. Immer wieder ganz fiese Vereisungen über die gesamte Wegbreite. Wie einst Eisprinzessin Katharina Witt bei ihrer Weltmeisterschaftskür anno 1988 schwebe ich jedoch darüber hinweg,...
...und stehe kurz darauf auf der Staumauer.
Im letzten Jahr, im Oktober, stand ich an gleicher Stelle und guckte hier auf einen kleinen Berg und Häuser. Alles weg, plattgehobelt. Dort wird jetzt unterhalb der Staumauer ein weiteres Überaufbecken gebaut.
Der Rückweg bietet nochmals einen schönen Blick auf den Hausberg.11,4 km sind es geworden.
Zu Mittag heute Wildgulasch mit Brokoli und einer Schüssel Tomatensalat. Vom Brokoli lass ich mir noch einen Nachschlag bringen. Meinen Nachtisch kriegt heute der Bundesbahnoberschaffner Jörg. An der Reihe wäre eigentlich Petra gewesen, aber die hat heute morgen das Schlepperballett geschwänzt. Strafe muss sein.
Für mich gibt es wieder ein blaues Briefle zum Nachtisch und die letzten vier Stücke leckersten Marmorkuchen.
Im Anschluss ein äußerst langweiliger Vortrag über einen gesunden Lebensrhytmus. Ich schlaf fast ein. Wäre bestimmt gesünder gewesen.
Der Umgang mit Fettpunkten wird mir um 15 Uhr beigebracht, danach Ende des offiziellen Kurtages.
Morgen steht folgendes auf dem Zettel:
07.00 Uhr: 6 km Waldlauf
10.00 Uhr: Krankengymnastik
Muskelaufbautraining und Wackelbrett
14.00 Uhr: Einzel-KG (bei Schnuddel)
15.50 Uhr: Fango-Massage (bei Schnuddel)
19.00 Uhr: Entspannung nach Jacobsen
Weiß gar nicht, wann ich da noch laufen soll???