Tag 3, Brockenetappe und gleichzeitig Königsetappe. Traditionell auch der Tag, an dem wegen physischer und/oder psychischer Überlastung schon mal erste gruppendynamische Problemchen auftreten werden.
Deshalb bin ich morgens auch nicht ganz so überrascht, ob eines Zwergenaufstandes.
Meuterer gehören traditionell geteert, gefedert und kielgeholt. Leider stehen mir gerade weder Teer, Federn noch ein Schiffskiel zur Verfügung.
Aber auch so ist das Problem bald aus dem Wege geräumt, leider auf Kosten der VP-Besatzung, die deshalb auf die geplante Brockenübersteigung verzichten müssen. Aber eine Brockenbesteigung ist dennoch drin.
Kein gemeinsamer Start heute, ein Fehler, wie ich später feststellen muss.
Aufgabe heute: "Lauft so los, dass ihr spätestens um 11.30 Uhr auf dem Brocken seid."
Eigentlich kein Problem.
Ja, eigentlich.
Hätte ich dieses etwas dümmliche Grinsen doch nur richtig gedeutet. Es bedeutete nicht, so wie von mir angenommen, dass alles klar sei, der Weg und das Ziel. Es bedeutete vielmehr: "Deinen schönen Plan kannste vergessen, da kannst du dich auf uns verlassen."
Allein Marc bereitet sich vernünftig auf die heutige Etappe vor. "Ohne Kittelschürz geh ich nicht aus dem Haus."
Diese vier in enger Zusammenarbeit mit mir werden sich als einzige nicht verlaufen und dshalb lange vor den anderen am Gipfel ankommen.
Hier beginnt der wohl am wenigsten attraktivste Teil des Hexenstiegs, 4 km Asphalt, bergauf.
Dazu klingelt in einer Tour mein Mobiltelefon.
"Hallo, hier Frank."
"Hallo, Monika hier. Kannst Du uns sagen, wie wir zum Brocken kommen?"
"Wo seid ihr denn?
"Woher sollen wir das denn wissen."
"Wie soll ich Euch dann erklären, wie ihr zum Brocken kommt?"
Der Name Monika ist dabei beliebig austauschbar, durch Elke, Judith, Susanne,...
Dann kommt der Brockengipfel in Sicht, für den einen früher, für die andere später.
Zu aller Überraschung ist das VP-Team schon da.
Gipfelstürmer.
Traum in hellblau.
Zum erstenmal ohne Etappensieg.
Da hätten wir wohl gerne, oder?
Hier warten wir alle stundenlang auf die letzten Nachzügler.
Der Vorteil der Warterei ist, dass die Wolken aufmachen, wir doch noch schöne Ausblicke erleben dürfen.
Der Reisetaubenverein "Gut Flug" aus Gelsenkirchen- Buer Nord.
Hier der 2. Vorsitzende beim Abwurf seiner 250.000. Taube.
Nach gefühlten Wochen treffen auch endlich die drei Ver(w)irrten ein.
Hier kurz vor der Belehrung über Orientierung im Gebirge.
Touristenautobahn namens "Goethe-Weg" runter nach Torfhaus.
Hier sieht man warum Touristenautobahn.
Durch´s Torfhauser Moor auf Plankenwegen.
Hach, ist datt schön.
Ein letzter Blick auf den Brocken.
"Da legt´s di nieda."
"Da auch."
Nur 200 Meter vor dem Not-VP streckt es Monika nieder.
Zum zweitenmal in der Geschichte der "Streakrunner erobern..."-Läufe kommt ein RTW zum Einsatz.
Trotz diverser Möglichkeiten legt es aber niemanden mehr nieder.
An der Schachtkopf-Hütte sammeln sich alle, um gemeinsam nach Altenau einzulaufen.
So ein Fortbewegungsmittel hat sich bestimmt so mancher gewünscht.
Wie einst zu Kindertagen, die Blechbüchsenarmee.
"Zwei, drei, vier marschieren wir, in vollem Lauf den Berg hinauf,..."
Auf einer ehemaligen Bahnlinie laufen wir ins Polstertal.
Dank Marc´s Navigationapp finden wir ihn,...
...den Campingplatz für die nächste Nacht.
Fortsetzung folgt