Am letzten Samstag ging ein SOS-Ruf bei mir ein. Ein Kollege suchte dringendst für Montag eine Crew, die ihm bei einer Segelbootüberführung von Kiel nach Maasholm hilft. Solche Gelegenheiten darf man sich nicht entgehen lassen, auch wenn die Wettervorhersage nur mittelprächtig war. Elke, deren einzige Segelerfahrung bisher ein Flautentag auf dem Ijsselmeer war, war auch gleich Feuer und Flamme.
So machen wir uns am Sonntagmorgen auf den Weg nach Schleswig-Holstein, übernachten werden wir in Maasholm, bei besagtem Kollegen.
Bei Rendsburg quert die BAB 7 den Nord-Ostsee-Kanal. Außer einem Schlepper und zwei Sportbooten ist hier heute tote Hose.
Bei Schleswig, an der Schlei liegt die ehemalige Wikingersiedlung Haithabu. Heute Museum und Museumsdorf. Hier kann man viel über das Leben der Wikinger lernen. Mich hat am meisten beeindruckt, dass die Menschen teilweise so arm waren, dass die Neugeborenen, um Kosten zu sparen, einfach ins Meer geschmissen wurden.
Hier am Haddebyer Noor lag Haithabu. Die Siedlung war hauptsächlich Umladeplatz für Waren von der Nordsee zur Ostsee und umgekehrt. Man wollte sich den langen und gefährlichen Weg um Skagen sparen und wählte deshalb diesen Platz, weil hier eine relativ schmale Landenge zwischen der Eider (Nordsee) und der Schlei (Ostsee) war. So waren nur wenige Kilometer per Ochsenkarren zu überbrücken.
So oder so ähnlich muss es hier vor 1000 Jahren ausgesehen haben.
Am Nordufer der Schlei, Schleswig.
Auch immer einen längeren Aufenthalt wert, Eckernförde. Heute langt es nur zu einer Muffin- und Teepause.
In Maasholm wartet dann eine weitere Begegnung mit der Vergangenheit, aus der Zeit vor dem Laufen, der Segelperiode. Hier treffen wir mein altes Boot, mit dem wir viel unterwegs waren, Holland, Dänemark, Schweden, Polen, Bornholm, Norwegen, um einige der Reiseziele zu nennen. Seit sieben Jahren ist diese Zeit vorbei.
Da wir noch nicht laufen waren, machen wir das in Maasholm, um Maasholm herum.
Der Weg zum Ostseestrand führt an einem weitläufigen Naturschutzgebiet vorbei.
Im Hintergrund die Schleimündung mit der Lotseninsel. Nur per Boot erreichbar.
Wenn auch nicht ganz, 5 Grad ist die Ostsee kalt, aber die Füße müssen rein.
Elke-Wetter, Regen, Regen, Regen, nach 7 km sind wir durchgeweicht und...
...zurück, unten am Hafen.
Am Strand von Strande, an der Kieler Förde. Während der Kollege letzte Übernahmeaktivitäten beim neuen Boot tätigt, gehen wir ein wenig spazieren.
Mittags sind wir dann endlich auf See, der Wind ist größtenteils gut und ab und an scheint auch mal die Sonne. Es wird ein schöner Törn, vor allem....
...weil wir unsere Steuerfrau dabei haben, so dass wir faul an Deck rumliegen können.
Elke, hier noch etwas angespannt, bei den ersten Versuchen ein Segelboot auf Kurs zu halten.
Und hier schon völlig abgeklärt und relaxed. Das Steuer fest in der Hand, der Blick klar und entschlossen auf die Kimm geheftet.
Weil Steuerfrau sich dann für die aufziehende Schauerfront vorbereiten muss, darf ich auch mal.
Steuerfrau und stolzer Bootseigner kurz bevor sie nass werden. Ich hab mir ein trockenes Plätzchen gesucht.
Warmduscher eben.
In der Schleimündung. Die Lotseninsel diesmal von See aus gesehen.
Der Lotse geht von Bord.