Tja, Moin auch.
Wie? Veranstalterbericht? Warum erst jetzt?
Zu meiner Entschuldigung möchte ich anführen, dass wir gleich im Anschluss an den Lauf zu einem 16-tägigen Portugal-Urlaub aufgebrochen sind. Deshalb war ich froh die Ergebnisse und Urkunden noch vorher veröffentlicht, bzw. versendet bekommen zu haben.
Deswegen erst jetzt und mit einiger Verspätung, mein kleiner Bericht vom Streckenrand.
Los gehts kurz vor dem Lauf, am Freitagnachmittag.
Gut finde ich, dass sich einige Teilnehmer dann doch mit der Streckenkarte auseinandersetzen. Besser spät als gar nicht.
Ostfriesenprinzessin Monika erklärt derweil dem Ehrengast Herrn Zschimbang, selbst alter Laufhase, wie sich sich zum zweiten Mal den Ehrentitel Fehnheldin abholen wird und warum ihre Chancen, unter die ersten drei Frauen zu kommen und einen Alterklassensieg herauszulaufen gar nicht so übel sind.
Erstaunlich gelassen geht es im Teilnehmerfeld zu. Die einen, weil sie nicht, die anderen obwohl sie wissen, was auf sie zukommt.
Die Westrhauderfehner sind auch wieder dabei, wie im letzten Jahr mit acht Läufern und elektrischer Unterstützung.
Dieser originelle Fahrradkorb des Teams Johann sorgt später am VP in Timmel noch für einen Schmunzler. Da steht das Rad dann nämlich an einer Laterne angelehnt. Eine übermüdete Begleiterin hält den Korb dann wirklich für das, was er mal war und entsorgt ihren Müll darin, wundert sich aber gleichzeitig doch ein wenig, was hier die Leute so alles wegschmeißen. Handys, Pfandflaschen,...
Nicht bevor alles aufgegessen wurde. Auch in diesem Jahr haben es sich Birgit und Frank Henkel vom Sonnenhaus in Idafehn nicht nehmen lassen, wieder toll aufzufahren.
Teamvorstellungen: Das Teufel-Team aus Berlin, unterwegs als 2er-Staffelteam, im Wechsel laufend und radfahrend.
Horst Zschimbang, ehemaliger Vizemeister der DDR im Marathonlauf schickt die Teilnehmer pünktlich auf die Strecke.
Auch der Troß der Begleitfahrzeuge setzt sich in Bewegung.
Unterschiedlich dabei die Taktiken der einzelnen Teams. Die einen lassen ihr Begleitfahrzeug ständig mit sich mitfahren, die anderen haben vorher feste Treffpunkte verabredet.
Gut, im Sinne der richtigen Streckenfindung, fahren die Teams, die einen Radbegleiter so mitfahren lassen, dass er für den Läufer den Weg auskundschaftet, so dass dieser sich "nur" aufs Laufen konzentrieren muss.
Leider klappt das nicht bei allen Teams so gut, so dass wir auch erleben müssen, dass sich Radbegleiter an ihren Läufer hängen und diesen den Weg suchen und ihn sich verlaufen lassen. Da muss noch ein wenig dran gefeilt werden.
Stichwort Verlaufen. Ich fahre den eine Eröffnungsrunde laufenden Teilnehmern entgegen, so dass ich nach ca. 6 km mal sehen kann, wer noch da ist oder wer schon in den Weiten Ostfrieslands verlustig gegangen ist.
Ich mache mich auf den Weg zum Kontrollposten, ca. bei km 35.
Dabei treffe ich unterwegs noch einige der Teilnehmer. Kurz vor Barßel überhole ich dabei die Spitzengruppe, bestehend aus vier Läufern, Hermann, Tino, Tobias und Johann. Ich wundere mich nicht nur über das Wahnsinnstempo, das sie machen, sondern auch, von Hermann und Tino kenne ich das ja schon, dass die Neulinge über diese Streckenlänge Tobias und Johann das Tempo mitgehen. Johann ist übrigens hier und heute auf seinem ersten Lauf jenseits der 25 km. Hoffentlich weiß er, was er tut.
Wenige Wolken und zunehmender Mond lassen auf eine nicht so dunkle Nacht, wie im letzten Jahr, hoffen.
Während der Stunden, an denen ich den Kontrollposten besetzt habe, kommen dann leider auch die ersten und erschreckend viele Anrufe bei mir an, von Teilnehmern, die das Rennen beenden mussten. Erkältung, Verletzung durch Umknicken und Verlaufen, so die ersten drei Gründe. Vier weitere Aufgaben sollen dann im weiteren Verlauf noch dazukommen, eine davon schon am Kontrollposten absehbar. Ostfriesenprinzessin Monikas Knie muckert wieder rum und es ist erstaunlich, dass sie es noch bis km 52 schafft.
Bei dieser Streckenlänge muss man damit rechnen, dass ein Drittel der Gestarteten nicht ins Ziel kommt.
Als hier alle durch sind, fahre ich weiter zum VP in Timmel. Dort hat das Sonnenhaus Idafehn einen Verpflegungspavillon aufgebaut. Dort gibt es allerlei heiße und kalte Gerichte und Getränke. Dazu einen Oldtimer-LKW, auf dessen Ladefläche vier Schlafplätze eingerichtet sind.
Umschichtig tun hier zwei Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen des Sonnenhauses Dienst, betreuen die durchkommenden Teilnehmer vom Ersten bis zum Letzten.
Schlafstätte auf Oldtimer. Diese wir auch genutzt. Team Johann haut sich ne Stunde hin, Wolfgang und Adolf gleich drei Stunden. Und ich dachte, im Alter braucht man weniger Schlaf.
Während der Nacht spielt sich ein kleines Drama beim führenden Team F1004 ab. Während einer kurzen Versorgunsgpause verlieren sich der führende Läufer (Hermann) und sein Begleiter (Peter) aus den Augen. Da der Läufer schlauerweise sein Handy auf dem Begleitfahrzeug liegen gelassen hat, können sie sich auch nicht wieder zusammentelefonieren. Nach etwa drei Stunden wird der Läufer zufällig vom Team Ostfriesenprinzessinen auf der Strecke, in Leer gesichtet. Mittels einer Telefonkonferenz können wir das Team so wieder zusammenführen.
Mittlerweile ließ sich auch klären, wie es dazu kam. Der Betreuer hat den Läufer aus den Augen verloren. Im Glauben, dass dieser sich verlaufen haben muss, hat Peter dann überall nach Hermann gesucht, nur leider nicht auf der Strecke. Da war der nämlich, nachweislich. Als Peter dann endlich anfing ihn auf der Strecke zu suchen, war er schon viel weiter als von ihm berechnet, so dass er immer hinter ihm suchte. Dank der von Hermann mitgeführten Verpflegung und der zwischenzeitlichen Betreuung durch das Team Ostfriesenprinzessinen ging es aber nochmals gut aus.
Nicht so gut war die Nacht für Insa, Hans-Dieter und Christoph, die sich nach und nach aus dem Rennen meldeten.
Dann erreicht mich auch irgendwann der Anruf, dass bald mit dem ersten Zieleinlauf zu rechnen sei. Zeit für mich, zum Ziel zu fahren.
Unterwegs treffe ich noch Mark und Sven. Auf Sven hätte ich in diesem Moment keinen Blumentopf mehr gewettet, aber....
Anfangs noch ziemlich weit hinten liegend, hat sich das Staffelteam vom LT Hollesand langsam nach vorne gelaufen und kommt als Erstes über die Ziellinie.
Ostfriesenprinzessin Monika erklärt derweil dem Ex-Vizemeister im Marathonlauf warum es nicht zur abermaligen Fehnheldin gelangt hat.
Team Johann auf einem sicheren zweiten Platz, nachdem sie lange dem Team F1004 einen großartigen Kampf geliefert hatten. Wohlgemerkt beim ersten Mal auf einer Strecke die länger als 25 km war.
Team Gerhard. Beide (Gerhard und Olaf) im letzten Jahr in einer Viererstaffel dabei, holen sich in diesem Jahr den dritten Platz.
Die beiden letzten Nachtankömmlinge, Adolf und Wolfgang. 40 Minuten vor ihnen war das Team Heinz im Ziel, hatte sich aber nicht bei mir telefonisch vorangemeldet, so dass es keine Fotos vom Zieleinlauf gibt.
Uta, glücklich im Ziel. Lange Zeit wurde sie von ihrer Schwester Insa laufend begleitet, die dann aber leider wegen Kreislaufproblemen aufhören musste, später aber dann ihre Schwester wieder auf dem Rad begleitete.
Sven und Mark sind es, die vom Start weg eine Schicksalsgemeinschaft eingegangen sind und das Ding bis zum bitteren Ende durchgezogen haben.
Das war es vom Fehnhelden-Ultra 2015.
Respekt allen denen, die es gewagt haben, diese Strecke unter die Hufe zu nehmen und nochmals einen herzlichen Glückwunsch allen Finishern.
Unser besonderer Dank gilt den Inhabern und Mitarbeitern des Sonnenhauses in Idafehn für deren großartige Unterstützung.
Auch für 2016 haben sie wieder ihre Unterstützung zugesagt.
Allerdings haben sie am geplanten Termin (1. - 3. Oktober) eine eigene Veranstaltung, eine Oldtimer Rally http://cca-aschendorf.de/, so dass sie dann nicht mit Helfern unterstützen können.
Angeboten sind uns der Start- und Zielort und der Aufbau und das Material für den VP in Timmel. Da dieser VP aber besonders helferintensiv ist, sind wir derzeit noch am Überlegen, ob wir den Fenhelden-Ultra 2016 so konzeptieren wie im Jahr 2014, also ohne VP. Mal schauen.
Vielen Dank auch der Ostfriesenprinzessin Monika natürlich auch für Unterkunft und Verpflegung, aber ganz besonders für ihre Mithilfe bei den Vorbereitungen. Vor Ort und persönlich lässt sich einiges besser und schneller regeln als per E-Mail oder über Telefon.
Danke auch der Touristen-Information Timmel und dem dort zuständigen Ordnungsamt für die Hilfe bei der Suche nach und für die unbürokratische Genehmigung des VP-Platzes.













































































































































