Auch wir haben in diesem Urlaub davon profitiert. Keine Wartezeiten mehr bei den Grenzübertritten, wegen Grenzkontrollen. 1985 wurde in einem kleinen Dorf in Luxemburg ein Übereinkommen ratifiziert, nach dem die Unterzeichnerstaaten auf Personenkontrollen zwischen ihren Staaten verzichten – das Schengen-Übereinkommen. Dieses kleine Dorf liegt an der Mosel, grenznah zu Frankreich und Deutschland und heißt - na, wer hätte das gedacht – Schengen.
Dieses Schengen ist unser heutiges erstes Ziel. Von dort folgen wir dem Lauf der Mosel flussabwärts. Unseren nächsten Stopp legen wir in Grevenmacher ein. Ein scheinbar sehr beliebter Ort, der Parkplatzsituation nach zu urteilen. Wir müssen lange suchen, …alles voll. Aber wo sind die Insassen dieser Autos? In der Stadt selber ist jedenfalls nichts los. Kurz vor dem Grenzübertritt nach Deutschland schmeißen wir in Wasserbillig nochmals den Tank voll. In Luxemburg ist der Liter Sprit ca. 20 Cent günstiger als in Deutschland oder Frankreich. Dieses zieht natürlich viele Tank-Touristen an. So ist dieser Ort von einer Allee riesiger Tankstellen-Supermärkte gesäumt. An Wochenenden soll hier die Hölle los sein. Auch ich verfalle dem Kaufrausch. Günstiger Kaffee und Dosenbier ohne Dosenpfand stehen zusätzlich zum Benzin dann noch auf der Tankstellen-Quittung.
Die Hölle los ist aber heute schon im Moseltal auf den Wohnmobil-Stellplätzen. Riesige Areale, dicht an dicht vollgestellt mit rollenden Wohnungen. Schätzungsweise die Hälfte aller europäischen Wohnmobile muss derzeit im Moseltal rumstehen. Wenn die alle gleichzeitig losfahren würde, gäbe das wohl ein Verkehrschaos, das sich erst um Nikolaus herum wieder aufgelöst haben dürfte. Nicht viel besser sieht es auf dem Campingplatz in Erden aus, den wir uns für diese Nacht ausgeguckt haben. Wir haben aber Glück. Da wir nur eine Nacht bleiben, bekommen wir einen Stellplatz eines bis morgen abwesenden Dauercampers, direkt am Moselufer. Während ich jetzt schreibe, fließt keine 10 Meter von meinen Füssen entfernt die Mosel träge vorbei. Ca. zweimal die Stunde kommt ein Frachter vorbei. Sportschifffahrt gibt es hier nur wenig, da es kaum Liegeplätze/Häfen gibt.
Erstaunlich mild ist es hier auch jetzt am Abend noch. Mussten wir die letzten Tage immer früh schon in den Wohnwagen flüchten, so lässt es sich heute gut draußen aushalten. Ein letzte Aufbäumen des bisher wunderschönen Spätsommers. Ab morgen soll es kühl werden, auch mal regnen. Ich gebe die Hoffnung aber noch nicht auf, erst heute in zwei Wochen muss ich wieder in Hamburg sein.
(Coco haben wir heute 159 km durch die Gegend gezogen)
























































