Vorweg, ich liebe es, wenn gut Pläne funktionieren. Wenn nicht, dann liebe ich es entsprechend nicht.
Und es war ein wirklich guter Plan, den wir für gestern ausgeheckt hatten, der dann aber leider zu meinem ersten DNF führte. Doch dazu später.
Der 2. Heidschucken-Ultra soll im nächsten Jahr über 111 km führen, von Soltau durch das Herz der Lüneburger Heide nach Hamburg-Eissendorf.
Die letzten 50 km sind uns und den Teilnehmern bereits vom ersten Heidschnucken-Ultra hinlänglich bekannt und in der Rubrik "eigene Läufe" anzusehen und nachzulesen.
Gestern also, so der gute Plan, wollte ich die noch unbekannten 61 km von Soltau bis Handeloh-Wesel laufend in Augenschein nehmen, Elke als rollender VP begleitend. Nach der halben Strecke wollte Marc dazu stossen und mich laufend begleiten.
Also los geht´s, in Soltau:
Hier wird der Start sein, am Eingang zum Böhme-Park. Gegenüber liegt der Parkplatz Zentrum. Also nicht zu verfehlen. Elke hat auch schon ein nettes Hotel ausfindig gemacht, wo man bereit ist, schon morgens um halb vier ein Frühstück für die Läufer vorzubereiten.
Wir folgen dem "H". Die Richtung muss aber stimmen.
Wenn die umfallen,...Läufer platt.
Kurz danach die einzige Stelle des gestern erkundeten Weges, die nicht ordentlich markiert war. Eine Kreuzung mit 5 Abzweigungen, kein "H". 3 Minuten musste ich suchen, um den richtigen Weg zu finden. Es war der am unwahrscheinlichsten wirkende, eine Einfahrt zur Soltau-Therme.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass ein Verlaufen zwar nicht unmöglich aber völlig unnötig ist, wenn man bei jeder Abzweigung die Augen offenhält und das nächste "H" sucht.
Gleich hinter der Soltau-Therme geht es durch das Böhme-Tal, schon ein erstes Highlight der Strecke.
Ein munteres Auf und Ab auf unterschiedlichsten Naturwegen.
Entlang der Ahlftener Teiche.
Ab und an ist auch mal ein Stück wenig befahrener Straße eingebaut. Es rollt sich gut, deshalb Augen auf, die nächste Abzweigung darf nicht verpasst werden.
Nach 7 km geht´s am Disney-Land der Heide, dem Heidepark Soltau vorbei. Witzigerweise führt der Weg direkt durch die Kassenzonen. Bei unseren frühen Startzeiten aber kein Problem, wenn die Kassen öffnen, sind wir durch.
Ein gutes Stück geht es am Gelände des Heideparks vorbei, da merkt man erst, wie riesig der ist.
Es folgen Passagen durch Wälder und Felder.
Nach 12 km das erste Stück echte Heide, am Kreuzberg. Eine schöne lange, sachte Steigung da hinauf.
Mein Privat-VP (für unsere österreichischen Leser: Labestelle)
Kurs Bispingen.
Eisenbahn meets Heidschnucken-Weg.
Zwischen Eisenbahn und Bispingen dann ein mehrere Kilometer langer Single-Trail.
Und hier erwischt es mich dann, ca. 5 km vor Bispingen. Das rechte Knie fängt an zu mucken, erst ganz still, dann mit heftigen Stichen, teilweise kann ich nur noch gehen.
Es geht sich aber ganz gut, immer dem "H" folgend.
Hatte ich schon erwähnt, immer dem "H" folgen???
Treppenlauf.
Kurz vor Bispingen quere ich die erst 5 km junge Luhe.
Na, das nenne ich doch mal ne gelungene Streckenmarkierung.
In Bispingen, nach 22 km, werden wir den ersten VP einrichten, voraussichtlich, wir müssen noch das Angebot des Hoteliers abwarten, ein Früstücks-VP mit Kaffee, Tee und belegten Brötchen.
Da ich die letzten 3 km auf glattem Untergrund wieder ganz passabel laufen konnte, wechsel ich die Schuhe und nehme die 8 km zum Treffpunkt mit Marc in Angriff. Noch 1,5 Stunden Zeit bis dahin, das schaffe ich auch notfalls gehend,...so denke ich.
Der erste km läuft auch dann echt gut, plötzlich wieder diese Stiche, jetzt auch Schmerzen im Fuß. Sch..., Gehmodus an.
Noch ein Kilometer und es geht sich auch nicht mehr. Den rollenden VP herbeitelefoniert, die Krankenschwester sitzt ja drin.
Treffpunkt mit Marc und Susanne in Behringen. Hier richtet uns das Hotel im Hintergrund eine Wasserstelle ein.
Zur Klärung Wasserstelle, da beim 1. Heidschnucken-Ultra ein Läufer mit dem Begriff nicht anzufangen wusste, meinte er könnte dort baden gehen. Eine Wasserstelle ist ein VP, an dem es nur Wasser gibt. Klaro???
Marc übernimmt dann die Streckenerkundung für die nächsten 28 km eigenverantwortlich. Guter Test. Er ist angekommen, immer dem "H" folgend.
Wir erwarten ihn in Niederhaverbeck. Hier, ca. bei km 40, wird dann der zweite VP eingerichtet werden.
Der Weg von Behringen hierhin führt wieder durch ursprüngliche Heidelandschaft.
Klar, ohne den ollen Löns geht hier nix.
Während wir noch dumm in die Landschaft schauen, (wer hat hier übrigens die Pferde geklaut?)...
...kommt Marc schon angallopiert.
Wir lassen ihn dann hier für 12 km alleine, er bezwingt im Alleingang und ohne zusätzlichen Sauerstoff den 169 m hohen Wilseder Berg und läuft dann auf O-Ton anspruchsvollem Geläuf nach Undeloh.
Es gibt sie übrigens doch, ...Heidschnucken. Ich habe später eine persönlich kennengelernt, als Bratwurst getarnt vor mir auf dem Teller liegend.
In Undeloh warten wir wieder auf Marc,...
...lassen es uns dabei gut gehen. Hier wird auch eine Wasserstelle eingerichtet werden.
Hier muss er herkommen, wenn..., ja wenn er immer dem "H" gefolgt ist. Ist er!!! Er kam dann.
Dann entlassen wir ihn auf die letzten 8 km bis zum VP Heidelust (Start für 50 km Läufer) in Handeloh-Wesel.
Auch auf diesem Teilstück können es die Wege ganz schön in sich haben.
Schafft er´s?
Jau!!!
Ist nicht mehr weit, ...für Marc, für die 111er dann noch 55 km, also knapp über die Hälfte.
Heidschnucken-La-Ola. Motivation ist eben alles.
Da läuft´s weiter. Läufer über 2 m bitte bücken, sonst Beule. Wer findet das "H"?
Geniesst die Landschaft aber vergesst nicht das.............."H".
In Wesel. Wie heisst wohl der Bürgermeister?
Mal nicht der Heidschnuckenweg, aber auch schön, oder?
Weil wir hier die Zeit vergessen,...
ist am VP Heidelust, hier wird es wieder Nudeln/Suppe und Getränke geben,...
Marc bereits eingetroffen. Gut gemacht!!!
Von hier bis in Ziel, 50,7 weitere km entfernt werden wir noch 2 VPs und diverse Wasserstellen einrichten.
Fazit: Der 2. Heidschnucken-Ultra wird für die Ganzlang-Streckler viele neue Perspektiven bereithalten, noch abwechslungsreicher sein.
Ich hoffe, die mir jetzt noch fehlenden Kilometer demnächst mit heilem Gebein erkunden zu können.
Was ich diesmal definitiv nicht machen werden ist, die ganze Strecke im Ganzen abzulaufen. Das überlasse ich dann am Ostersamstag 2014 den wirklichen Könnern.