Ein Tag wie ein Freund, so beginnt mein erster Kurtag.
Um kurz nach 9 Uhr begebe ich mich auf die Anreise, auf die A7, klemme mich mit 90 km/h auf die rechte Spur, hinter einen LKW, denn Zeit hab ich ja, für mindestens die nächsten 3 Wochen.
Immer wieder lockt mich der kalte Wintertag zu einer kurzen Pause, insgesamt wohl viermal auf der kurzen Strecke von nur 250 km.
Ohne Probleme finde ich die Kirchberg-Klinik in Bad Lauterberg. Die sehen ja wirklich krank aus, viele der Patienten, Altersdurchschnitt locker über 60, einige wohl auch schon scheintot.
Sehr netter Empfang an der Rezeption und gleich eine kleine Überraschung. „Sie haben schon Post“ und mir wird ein blaues Briefkuvert überreicht. Ich weiß gleich, die Handschrift bestätigt mir dieses, dass es ein lieber Gruß aus der Pfalz ist.
Nächster Programmpunkt, mein Zimmer. Zimmer 464, ein geräumiges Doppelzimmer mit allem, was das Herz begehrt, außer Kühlschrank oder Minibar. Macht nichts, der nächste Supermarkt ist nicht weit.
Eigener Balkon, fantastischer Ausblick auf die umliegenden Harzer Berge, die weit oben sogar schneeweiß sind. Schnell ein paar Fotos geknipst.
„Wollen sie eigentlich noch schnell Mittagessen?“ Ich verzichte drauf, mach ich ja sonst auch nicht und zunehmen wollte ich während der Kur ja eigentlich nicht.
Nächste Station, Patientenaufnahme. Werde für das vorbildliche Ausfüllen (sogar mit Schreibmaschine) meines Patientenfragebogens gelobt. Das hat Mann doch gerne. Gerade mal 15 Minuten hat das gedauert, alles perfekt durchorganisiert.
Bis 15 Uhr, bis zum Gespräch mit meinem Arzt, habe ich nun frei. Zeit zum Koffer leeren und Schränke füllen.
Punkt 15 Uhr geht die Tür zum Arztbüro auf und auch hier wieder ein netter Empfang und viel Zeit, die sich für mich genommen wird. Schon nicht schlecht, was mir alles verordnet wird. Massagen, Physiotherapie, Muskelaufbautraining, alle Arten von medizinischen Bädern, Ernährungsberatung.
Dazu die Möglichkeit jederzeit Thermalbad, Fitness-Studio und Saunalandschaft zu benutzen. Einzig beim Thema Laufen gehen unsere Ideen divergent. Gar nicht, so der Arzt, doch, so ich. Nachdem ich ihm ein wenig erzählt habe, was ich schon mache, gibt er aber sein O.K.
Nach dem Arztbesuch wieder ein paar freie Minuten, bis zur Tischzuweisung im Essenssaal.
Da gehe ich schon in Laufklamotten hin und mache gegen 16.45 Uhr meine ersten Laufschritte im Harz, erst mal den Kirchberg rauf. Nach 700 Metern und 30 Höhenmetern, der erste Schnee, nach weiteren 400 Metern und 10 Höhenmetern feste, aber glatte Schneedecke. Ginge nur mit Schneeketten, die liegen aber im Zimmer. Will ja nicht gleich am ersten Tag aufs Knäppchen fallen.
Also runter in den Ort. Dort führt ein schöner Weg entlang der Oder und durch den Kurpark. Nach 42 Minuten bin ich wieder zurück.
Beim Abendbrot lerne ich meine Tischnachbarn kennen, Petra, Jörg und habe ich vergessen. Mal sehen, ob ich mit denen warm werden kann.
Danach finde ich in meinem Fach an der Rezeption meinen „Stundenplan“ für den Rest der Woche.
Morgen steht folgendes auf dem Programm:
07.00 Uhr Waldlauf 6 km
08.20 Uhr Blutentnahme
10.30 Uhr Krankengymnastik
14.00 Uhr Muskelaufbautraining
Zwischen Blutentnahme (nüchtern erscheinen!!!) und KG muss ich noch das Frühstück einbauen und um 12 Uhr das Mittagessen. Vorgeschlagen wird mir (freiwillig) Schwimmen, Posturomed und Sauna.
Morgen werde ich berichten wie es war.