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Blog von lebenundlaufen

Hier werden privat ausgerichtete Laufveranstaltungen angeboten. Aus Termingründen haben wir zur Zeit noch keine aktuellen Planungen für 2018 in Arbeit. Besonders nach dem Termin für den 6. Heidschnucken-Ultra wird immer wieder nachgefragt. Dieser muss mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2018 erntfallen, wir hoffen 2019 diesen wieder anbieten zu können.


Der hamburgische Patient - Kurtag 15

Veröffentlicht von Frank auf 9. Februar 2012, 19:05pm

Heute vor zwei Wochen begann das große Abenteuer Kur. Heute in einer Woche wird es beendet sein. Kinners wie die Zeit vergeht, hatte ich aber bestimmt schon erwähnt.

 

Mal was zum Thema Pünktlichkeit.

"10 Minuten vor der Zeit, ist des Seemanns Pünktlichkeit." Hatte so seine Gründe.

Als Polizist wird es schon einfacher. "5 Minuten vor der Zeit, ist des Schutzmanns Pünktlichkeit."

Und ganz einfach wird es dem Kurgast gemacht. "2 Minuten vor der Zeit, ist des Kurgasts Pünktlichkeit." Das reicht. Alles hier ist zeitlich perfekt durchorganiert, nichts fängt früher als geplant an, fast alles pünktlick.

 

Und das wird reichlich ausgenutzt, so wie heute morgen durch Kurgast und Newbie-Tischnachbar Wolldecke 1/2. Kommt der doch 10 Minuten zu spät zum Schlepperballett, heute Pool-Nudel-Party. Ihr wisst, diese ca. 1,5 m langen Schaumstoffnudeln. Länge genug, um damit einen Kreuzknoten oder Webeleinstek zu binden. Für nen Palstek langt die Länge nicht ganz. Aber wir sollen ja keine Knoten machen, sondern gymnastieren. Also, Wolldecke 1/2 kommt 10 Minuten zu spät. Das heißt zum einem, 10 Minuten weniger "Anstrengung" und zum anderen, da alle Poolnudeln vergeben, weniger Kraftaufwand bei den noch verbleibenden Übungen. Schon ganz schön clever, der junge Herr, nach nur drei Tagen. Dafür lässt er es sich später beim Frühstück umso mehr schmecken.

 

Die Bedienung meint es heute sehr gut mit mir, baut einen ca. 20 cm hohen Turm aus Sahne auf meine beiden Magerquarkschüsseln mit Erdbeeren. Ich bin die Attraktion des Speisesaales, wie ich so mit einer Schüssel in jeder Hand zu meinem Platz jongliere. Neidische, ja sogar ungläubige bis feindselige Blicke ernte ich. Kur-Spießrutenlauf.

Die 40-Fettpunkte-Tante vom Nachbartisch kann ihre Neugier nicht mehr bändigen. "Sagen sie mal,...", setzt sie gerade an.

"160 Fettpunkte muss ich mindestens täglich essen, hat mein Arzt gesagt.", unterbreche ich ihre voraussehbare, offensichtliche Frage. Ich ernte verständnisloses Kopfschütteln. Petra gegenüber verschluckt sich vor Lachen an ihrem Frühstücksei. Wir haben wieder unseren Spaß. Ach, Kur kann so schön sein.

 

Aufregung bei den rauchenden Herzpatienten. Sind sie oder scheinen sie noch einen Tick blasser als sonst? Ursachensuche. Gestern hat eine Ärztin sich alle Namen von den Rauchern im Eingangsbereich (Rauchverbot) aufgeschrieben, die dort ihrem frevelhaften Laster nachgingen. Die Stoischen stehen da wieder, Rauchwolken verbreitend, andere auch, drehen aber nervös ihre Köpfe um fast 360 Grad, wie Erdmännchen auf Ausschau nach Raubvögeln. Die ganz Ängstlichen spazieren die Einfahrt auf und nieder. Siehste, geht doch mit Bewegung, tut gar nicht weh.

 

Mir tut aber jede Bewegung weh, nach dem Melissen-Vollbad, im Anschluss ans Mittagessen, heute gefüllte Paprikaschote und Blumenkohl. Trockene Wüstenhitze von 45 Grad C in Namibia hat mich nicht geschaftt, dieses Entspannungsbaden macht mich völlig fertig, obwohl ich die Hälfte der angesetzten 25 Minuten nicht in, sondern außerhalb der Wanne verbringe. Wie nach einem 3-fach Marathon, schleppe ich mich die vier Treppen zum Zimmer rauf, kann mich noch der Badehose entledigen und falle dann auf die Matratze, nicht fähig auch nur den Arm zu heben. Nach einer Stunde Todesstarre gelingt es mir mich aus dem Bette zu wälzen, zweifelnd, ob ich noch den täglichen Lauf zustande bringe. 15 Minuten auf dem Balkon helfen mir aber wieder in die Klotschen und dann geht er doch noch, ein ruhiger 10,3 km Lauf, im weiten Bogen um den Wiesenbeker Teich. Da es seit morgens geschneit hat, auf einer 5 cm starken Neuschneedecke.

 

Mit der praktischen Rückenschule geht der offizielle Teil zu Ende.

 

Morgen soll ich um 7 Uhr Morgenlaufen, um 10 Uhr Gruppenbodenturnen und um 11.20 Uhr mich fango-massieren lassen.

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