"Wie wundervoll ist es nichts zu tun und sich anschließend zu schonen."
So das Motto der Karte, die ich gestern von Schwesterchen Judith bekommen habe.
Darauf das Foto eines Löwen und einer Löwin, die sich aneinander angeschneckelt haben und recht zufrieden aus der Löwenwäsche gucken.
Schonung habe ich heute auch, seit dem Mittagessen, Lachs mit Blattspinat, das Wochenende ist eingeläutet.
Ich glaub, ich schau auch ganz zufrieden aus der Kurgastwäsche. Um beim Bild zu bleiben, es fehlt nur die Löwin.
Am Morgen zum Frühlauf warten schon drei Gestalten, darunter die beiden Mitglieder meiner Gruppe, ich sag schon meine Gruppe, der Gruppe "Gemütlich". Ich schlage den beiden vor, den Weg zu laufen, den ich am gestrigen Nachmittag erkundet habe. Widerspruch habe ich zwar nicht erwartet, aber so eine begeisterte Zustimmung allerdings auch nicht.
Die vierte Gestalt, Flieger bei der Bundespolizei, hat wohl schon von uns gehört und will lieber alleine laufen.
Zum allseitigen Erstaunen erscheint auch noch "Aufpasser" Niels. Will bestimmt den Lauf offiziell absagen. Aber was ist das? Niels in Laufsachen? Jau, er will auch. Wird aber eine Enttäuschung für ihn, weil keiner bleibt, auf den er aufpassen könnte. Wie gesagt, Gruppe "Gemütlich" entschwindet in Gegenrichtung, Wälder und Berg rufen. Bundespolizeipilot hebt ab und rennt zum Oder-Stausee.
Was uns zwar Gedanken, aber nicht sonderlich betroffen macht, sind die Schicksale von Gestaltin und Wolldecke. Gestaltin könnte schon abgereist sein. Wolldecke aber hat noch mindestens 2 Wochen Kur vor sich, schwänzt also. Irgendwie müssen wir ihm den Spaß am Laufen genommen haben. Oder hat er sich etwa, Ihr erinnert Euch sicher seiner Orientierungslosigkeit am zweiten Laufmorgen, auf einem Alleinlauf hoffnungslos in den Weiten des Harzes verirrt? Vielleicht findet man ihn ja in so schlappen 10.000 Jahren, wie einst Ötzi in den nach ihm benannten Ötztaler Alpen.
Was werden die Wissenschafler dann über "Harzi" herausfinden? Wahrscheinlicher Tod: An einer Wolldecke im Mund erstickt.
Beim Gruppenbodenturnen sind anscheinend nur Profis. Ohne Gestöhne, fast völlig lautlos geht das Gedehne und die Muskelerstärkung vonstatten. Könnte auch so eine Art positiver Übungseffekt sein. Ich merke es an mir. Viele Bewegungen sind schon automatisiert, das gefürchtete Muskelzittern bei bestimmten Halteübungen tritt auch nicht mehr auf.
Beim Fango schlaf ich fast wieder ein, oder hab ich sogar geschlafen? Bei der anschließenden Massage, werde ich vollgelabert, wie Oma Lieschen im Frisiersalon.
Nach einem kurzem Mittagsschlaf, drehe ich dann noch eine Runde durchs Dorf, werde schwach und mein Rucksack füllt sich mit allerlei süßen Leckereien. Muss aber auch mal sein, meine engste Jeanshose schlabbert mir sonst in Bälde über die Hüften.
Morgen dann Sparprogramm, Schlepperballett und Muckibude. Ach ja, Wackelbrett nicht vergessen, sonst krieg ich wieder lauffüchsigen Ärger.