Das letzte Wochenende beginnt gemütlich, der Himmel ist bedeckt und es schneit ganz leise, ganz zart vor sich hin.
Um 10 Uhr bin ich im Fitnesscenter zum Eisenbiegen, kenne mittlerweile den genauen Standort meiner Geräte, kenne die Einstellungen und die aufzulegenden Gewichte. Ein paar andere, wenige Bieger sind auch da, darunter auch einige leicht auszumachende Newbies, die ich gleich daran erkenne, dass sie, leichte Verzweiflung im Blick, das nächste von ihnen zu bedienende Gerät suchen. Sah bei mir vor ein paar Tagen noch genauso bescheuert aus.
Schlepperballett um 11 Uhr bei Schnuddel Steffi. Liegt es an ihr oder warum sind beide Becken heute so voll? Mindestens 22 Köpfe zähle ich, acht oder neun alleine im Pippibecken, wo dann kein Platz mehr für mich.
Zur heutigen Übungseinheit kriegen wir Handschuhe, mit Schwimmhäuten zwischen den Fingern. Da sie draußen lagerten sind sie noch tiefgefroren. Mit einiger Verspätung, es dauert eben seine Zeit, bevor mindestens 44 Hände in tiefgefrorenen Handschuhen versenkt sind, geht es los. Watt iss dat denn? Übt Steffi mit uns heimlich die Choreographie von Tschaikowskis Schwanensee? Soll es hier im Pool demnächst eine Gästevorführung des Vierakters mit 29 Auftritten geben? Über meine Rolle darin, bin ich mir aber noch nicht im Klaren. Ist mir die Rolle des Prinzen Siegfried auf Brautschau auf den Leib geschrieben? Oder gebe ich doch einen besseren Rothbart ab, den als Eule verkleideten Zauberer? Gefallen würde mir auch eine Besetzung als Odette, der wahren, weißen Schwanenköniging, doch dafür sind meine Bewegungen noch zu kantig. Obwohl, ich fühle mich bereits wie Anna Pawlowna Pawlowa in der eigens für sie anno 1907 inszenierten Rolle des sterbenden Schwans. Mit viel Spaß geht diese Ballettstunde zu Ende.
Nach dem Mittagessen, Schollenfilet mit Blumenkohl, fahre ich nach Osterode. Dort mache ich zunächst den Campingplatz für unsere letzte Übernachtung im August beim "Harzlauf" klar. Der Campingwart hat Langeweile und führt mich überall herum. Sehr nett dort, wir werden uns wohl fühlen. Er reserviert uns eine Grillhütte, wo wir auch nach 23 Uhr noch lärmen dürfen, falls uns danach ist.
Nach ausgiebiger Campingplatzbesichtigung laufe ich 8 km den Hexenstieg rauf, bis zum Mangelhalber Tor. Strahlend blauer Himmel, märchenhafte Schneelandschaft. 300 Meter Höhenunterschied. Dort, am Mangelhalber Tor, drehe ich um und übe schon mal den Zieleinlauf für August. Echt, die letzten 8 Kilometer zumindest geht es nur bergab, fast nur. In Gedanken bin ich schon bei denen, die dort mitlaufen werden. Die Vorfreude ist groß.
Hexenstieg , so fällt mit unterwegs auch noch ein, wie passend auch ist der Name für eine andere, selbsternannte, ehemalige Lauffeundin aus einer großen niedersächsischen Stadt, die anscheinend keine Gelegenheit auslässt, Gift zu versprühen, wohl wegen bestimmter Entwicklungen in den letzten 3,5 Monaten. Ich hoffe, ihr kann irgendwann mal geholfen werden. Vielleicht wäre da eine Kur ja auch hilfreich, um wieder zum Thema zurückzukommen.
Morgen nur ein Programmpunkt, 11 Uhr Schwanenseeprobe die Zweite.