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Blog von lebenundlaufen

Hier werden privat ausgerichtete Laufveranstaltungen angeboten. Aus Termingründen haben wir zur Zeit noch keine aktuellen Planungen für 2018 in Arbeit. Besonders nach dem Termin für den 6. Heidschnucken-Ultra wird immer wieder nachgefragt. Dieser muss mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2018 erntfallen, wir hoffen 2019 diesen wieder anbieten zu können.


Der hamburgische Patient - Kurtag 20

Veröffentlicht von Frank auf 14. Februar 2012, 14:30pm

oder "Mein Weg zur Kurvelängerung - Fehler vermeiden" oder "Mein Arzt ist auch nur ein Mensch, Mensch."

 

Ich habe im Folgenden mal versucht, eine Handlungsanweisung zu schreiben, die zu einer, wenn sie dann erwünscht ist, Kurverlängerung führen wird.

Das unter "Anfänger" beschriebene (Fehl-) verhalten, ist meinem, als Kur-Newbie gleichzusetzen. Das zum garantierten Erfolg (Profiversion) führende, habe ich in den letzten drei Wochen beobachten können.

 

1.) Betreten des Klinik zum Empfang:

 

Die Dame am Empfang begrüßt einen freundlich, mit einem angeborenen Dauerlächeln und fragt: "Wie geht es ihnen? Sind sie mit dem eigenen PKW angereist?"

 

Newbie, das Lächeln erwidernd: "Danke sehr gut, ja vier Stunden Fahrt, alles prima."

 

Profi: "Schlecht, ganz schlecht, die Fahrt im Rettungswagen vom Roten Kreuz war grausam. Übrigens, hier haben sie schon mal sicherheitshalber die Telefonnummer meines Bestatters, für den Fall der Fälle."

 

 

2.) Übergabe an Klinikschwester

 

Diese ist ebenfalls mit diesem geschäftsmäßigen Dauerlächeln ausgestattet, wird dich aber mit geübtem Blick einzuschätzen versuchen. Jetzt keinesfalls gerade stehen bleiben und auf weitere Anweisungen warten. Der Profi verlangt umgehend nach einer Sitzgelegenheit, oder besser einem motorbetriebenen Krankenfahrstuhl. Behaupte fest, dass es dir, aufgrund diverser Leiden, nicht möglich ist, den Joystick des Krankenfahrstuhles eigenhändig zu betätigen.

 

 

3.) Bei der Eingangsuchung

 

Trick der Klinik ist, Dich in voller Montur, mit Schuhen und allem anderen Zeugs zu wiegen. Das ergibt ein hohes Anfangsgewicht. Das zweite Wiegen erfolgt nach einer Woche, natürlich in Badehose, nach der Aufforderung, sich auch noch der 150 Gramm leichten Badelatschen zu entledigen. Das dann erlangte Ergebnis beweist, wie gut das Abnehmkonzept der Klinik bei dir angeschlagen hat.

Der Profi also entledigt sich vor der Eingangsuntersuchung aller möglichen Kleidungsstücke und versucht dennoch möglichst komplett gekleidet auszusehen. Zur zweiten Untersuchung trägt er dann einen dünnen Bleigürtel unter der Badehose.

Vor der Blutdruckmessung hat der Profi natürlich 2,5 Liter Kaffee getrunken und eine Schachtel Camel ohne durchgezogen. Das Rezept für blutdrucksenkende Mittel ist ihm gewiß. Er nimmt diese natürlich nicht selber ein, sondern verscheuert sie bei passender Gelegenheit meistbietend. Bingo-Abende bieten sich hier besonders an.

Eine weitere Möglichkeit der profitablen Weitergabe besteht darin, die Originalverpackung durch eine mit der Aufschrift VIAGRA zu ersetzen.

 

 

4.) Leistungs-EKG

 

Mindestens drei junge, wohlgeformte Arzthelferinnen schliessen dich an diverse Kabel und Schläuche an. Sie werden auch während der gesamten Zeit anwesend sein und Dich mit einem Lächeln, das mehr verspricht, als du dir jemals auszumalen trautest, begleiten.

Der Newbie nun gibt richtig Gas, freut sich, wenn sie (die mindestens drei Arzthelferinnen) sich freuen und gibt nicht eher auf, als bis er hört: "Boah, sind sie gut trainiert, 250 %, das hat bisher noch niemand geschafft."

Der Profi schafft es erst gar nicht, ohne Hilfe auf das Ergometer zu klettern. Nach dem Anschliessen der diversen Kabel und Schläuche, bittet er zunächst um ein Glas Wasser, eine 20-minütige Erholungspause und lässt sich bestätigen, dass die Rezeption die Telefonnummer seines Bestatters noch griffbereit hat. Wenn er das magische Wort "25 Watt" (ca. 10-prozentige Leistungsfähigkeit) hört, stellt er unverzüglich jede weitere Mitwirkung ein und verlangt eine umgehende Telefonkonferenz mit dem Bestatter seines Vertrauens. Die Bedenken der drei jungen, wohlgeformten Arzthelferinnen, dass der gemessene Puls von 55 bpm nicht mit dem plötzlich eingetreten Leistungsabfall zusammenpassen würde, wischt er mit dem Hinweis auf eine angeborene Herzinsuffiziens beiseite.

 

 

5.) Mahlzeiten

 

Der Newbie erscheint pünktlich, auf eigenen Füßen, zu den festgesetzten Tischzeiten, zählt gewissenhaft seine Fettpunkte auf dem ausgehändigtem "Fettpunktezusammenzählzettel" zusammen.

Der Profi besteht auf "Essen auf Rädern", natürlich die Schonkost. Abgesehen vom Kamillente, an dem er zweimal nippt, lässt er das Essen, unter Hinweis auf seine angeborenen Verdauungstörungen, unangetastet zurückgehen. In Wirklichkeit ernährt er sich aus seinem heimlich mitgebrachten Vorrat von Bahlsen Crunchips.

Die angebotene Zwangsernährung per Magensonde verweigert er mit Hinweis auf eine angeborene Halsverengung.

 

 

6.) Arztbesuch

 

Der regelmäßige Arztbesuch dient nicht so sehr, den Gesundheitszustand des Patienten festzustellen, als vielmehr der Fortbildung der hauptsächlich polnisch sprechenden Ärzte.

Der Newbie antwortet also auf die Frage: "Wie es ihnen geht heute?", wahrheitsgemäß "Gut" oder besser, der eindeutigen Verständigung wegen "Dobre".

Der Profi antwortet erstmal gar nicht, mit Hinweis auf seinen angeborenen Tinitus. So nach und nach berichtet er dann von seiner angeborenen Herzinsuffizienz, seinen angeborenen Verdauungstörungen und der angeborenen Halsverengung. Genug Stichwörter, die der Doc im Wörterbuch Deutsch-Polnisch nachschlagen muss, um die verbliebenen 2,5 Minuten Konsultationszeit erfolgreich zu überbrücken. Er kann sich gewiß sein, keine weitere Fragen gestellt zu bekommen, weil "Draußen warten die nächste Patient." Bevor dieser hineinkommt, wird aber noch schnell ein Zettel mit der Telefonnummer des Bestatters des Vertrauens hinterlassen,....für die Akte.

 

 

7.) Sport

 

Der Newbie kommt pünktlich zu jedem Termin, macht 10 Liegestützen mehr als gefordert und fordert vehement, in der nächsten Woche 20 statt 10 Sportstunden verordnet zu bekommen.

Der Profi erscheint nie, auf telefonische Nachfrage erklärt er, gerade nicht zu können, da er ein Beratungsgespräch mit dem Bestatter seines Vertrauens habe.

 

 

8.) Beim Psychater

 

Egal ob Newbie oder Profi, wichtig ist, dass am Ende der Sitzung die Tür hinter einem wieder aufgeht und dort keine zwei Muskelmänner mit einer nur hinten knöpfbaren Jacke stehen. Ich weiß nicht wie, ich hab es aber geschaftt.

 

 

Beim Nächstenmal, sollte es ein Nächstesmal geben, werde ich mich hart an meinen Empfehlungen halten. Dann klappt es auch mit der Kurverlängerung.

 

 

Zum heutigen Kurtag. Es war ein "normaler" Kurtag mit den schon bekannten Anwendungen. Lediglich "Du und dein Petziball" war neu. Dann die Abschlußuntersuchung. Dauer 2 Minuten!!!

"Wie geht es ihnen?"

"Danke gut"

"Ich wünsche ihnen, dass sie weiter gesund und glücklich sind. Auf Wiedersehen."

"Da Widzenia."

 

Die freie Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen (Seelachs und Blattspinat) habe ich zu einem letzten längeren Traillauf durch das Grillental genutzt. 14 km sind es heute geworden.

 

Jetzt freue ich mich auf die Fango-Massage und heute Abend auf das griechische Büffet.

 

Morgen, zum Abschluß, Schlepperballett, Gruppenbodenturnen und Einzelbodenturnen. Danach kommt das, was ich nie gerne tue,....Kofferpacken.

 

 

 

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K
Lieber Frank,<br /> sei froh, dass es Dir gut geht. Ich bin mir sicher, Du willst nicht wirklich mit anderen tauschen oder? Ich wäre damals auch gerne noch etwas länger in der Kur geblieben. Aber zu wissen, dass man<br /> gesund und fit ist, ist doch viel schöner und wertvoller.<br /> Ich wünsche eine schöne Heimkehr.<br /> Liebe Grüße<br /> Kornelia
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