Fünfzehn Teilnehmer sollten eigentlich zum Morgenlauf erscheinen. Gerade drei Gestalten und Gestaltin trotzen der subarktischen Kälte der Harzer Nacht, morgens um 7 Uhr, wo die Welt doch eigentlich noch in Ordnung sein soll. Zur Zufriedenheit von Gestaltin ist Niels, der radfahrende Laufaufseher heute pünktlich.
"Moin Niels, wo hast denn Dein Radel?"
"Guten Morgen Frank. Ich radel ja nur, weil die immer so schnell laufen und ich nicht mitkomme, aber jetzt bist Du ja da."
"Vorsicht, gibt Abzüge bei deiner Bewertung."
Die anderen pacen los, sind schon bald in der Dunkelheit entschwunden, Niels und ich machen ein gemütliches Laberläufle von 6km Länge.
Frühstück. Heute alleine mit Petra, weil Jörg und Ralf irgendwelche Anwendungen haben.
Ein guter Plan ist nur dann ein guter Plan, wenn er auch funktioniert. Also war mein Plan, kein guter Plan. Ich plante nämlich, zwischen Frühstück und Bodenturnen, das Muskelaufbautraining zu legen. Aber auch für mich fahren die nicht vor 10 Uhr die Geräte hoch.
Was tun? Noch ein Lauf? Genau, es geht raus auf die Wiesenbeker Teich-Runde (7,2 km).
Außer mir sind nur die beiden hier unterwegs.
Die Sonne gibt sich heute viel Mühe.
Der Wiesenbeker Teich wächst immer weiter zu.
Heute Nachmittag geh ich Tretbootfahren,...
...oder Wasserrutschen.
Kein Schwein ruft mich an.
Das Bodenturnen um 10.30 Uhr verlangt mir motorisch wieder alles ab.
Richtig fertig macht mich aber gleich im Anschluß das Melisse-Entspannungsbad. Danach kann ich Arme und Beine kaum heben, kann gerade noch der Versuchung des Aufzuges widerstehen. Hätte ich mich jetzt hingelegt, hätte ich das lecker Mittagessen, Wirsingroulade, verpasst. Der Tisch ist wieder vollzählig, heute kriegt Oberschaffner Jörg meinen Nachtisch. Muss ja gerecht verteilt werden. Dabei bin ich der einzige am Tisch, der Vollkost darf.
Gleich danach spule ich mein Programm Muskelaufbautraining ab, will eigentlich noch auf´s Wackelbrett. Aber dieses ist besetzt. Aber,...ein Laufband ist frei. 3 km Steigerungsläufe. Mal wieder richtig schwitzen beim Laufen. Draußen ist trotzdem schöner!!! Danach ist das Wackelbrett immer noch fremdbesetzt. Also dann eben nicht. Der Wille war da.
Programm durch für heute, bis auf den Vortrag über Alltagsdrogen am Abend. Das sonnige Wetter nutze ich für einen kleinen Spaziergang durch den Ort.
Ich mache gerade dieses Foto, da spricht mich ein kamerabewehrter Herr an. "Sind sie auch Urbeckser?"
"Nö, ich komme aus dem Ruhrpott!"
Nicht die erwartete Antwort, wie ich bemerke. Ich lass mich aufklären.
"Urbeckser fotografieren Altes, Heruntergekommenes."
Interessant, jetzt wäre ich eigentlich dran, mit einem Vortrag übers Täglichlaufen.
Ich glaub, nach dem Vortrag heute Abend, werde ich erstmal eine rauchen und ein Glas Wein trinken.
Erfreuliche Notiz: Elke läuft wieder heute schon den dritten Tag.