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Blog von lebenundlaufen

Hier werden privat ausgerichtete Laufveranstaltungen angeboten. Aus Termingründen haben wir zur Zeit noch keine aktuellen Planungen für 2018 in Arbeit. Besonders nach dem Termin für den 6. Heidschnucken-Ultra wird immer wieder nachgefragt. Dieser muss mit hoher Wahrscheinlichkeit im Jahr 2018 erntfallen, wir hoffen 2019 diesen wieder anbieten zu können.


H - oder: Ein Läufle im Zeichen des "H"

Veröffentlicht von Elke auf 19. Oktober 2012, 22:25pm

Kategorien: #Elke´s Laufbüchle (Auszüge)

H
wie: Huch der Wecker klingelt

Es ist 4.45 Uhr, eine an sich normale Aufstehzeit für uns. Doch Frank hat Nachtdienst und ich einen Plan. Also fix aufstehen, das übliche haushaltliche Tun, Frühstück vorbereiten, Rucksäckle richten.
Ein kurzes und gemütliches gemeinsames Frühstück.
Und los geht's.
Frank verabschiedet mich mit keckem Grinsen "Bin gespannt, wann wir uns wiedersehen. Hast du die Stirnlampe mit?"

H
wie Haltestelle
Zuerst laufe ich mal in Schleifen, damit die Serie schon mal ein heutiges Häkle erhalten darf, zur entsprechenden Bushaltestelle. [ Gut, dass ich nicht zum Jungfernstieg muss; die Möglichkeiten dort sind unzählig ( ich kenne schon mindestens vier - und diese waren allesamt nicht richtig für ein bestimmtes anderes Vorhaben )].
Es regnet. Im Bus trockne ich wieder. In Buchholz angekommen tröpfelt es nur noch.
So binde ich mir die Jacke lediglich und griffbereit um. Die Ärmlinge schiebe ich auch gleich runter. Doch die Handschuhe behalte ich noch an.
Ein reifere Dame, in ansprechendem Pelz gekleidet, hakt sich beim Gatten unter und meint lächelnd "So jung müssten wir auch noch mal sein".

H
wie Heidschnuckenweg
Gemütlichen Schrittes trabe ich durch das morgendliche Buchholz, in der nördlichen Heide gelegen. Immer brav den Hinweisen mit dem "H" folgen ist mein Plan. Na also. Geht doch.
Stadtmitte. Schützenplatz. Stadtwald.
Wo ist das "H"?
Es schaut doch verändert aus, wenn man einen erst einmal gelaufenen Weg in umgekehrter Richtung läuft.
Zurück zur letzten Wegekreuzung, zum letzten "H".
Aha! Hier ist Aufmerksamkeit gefordert. Auf dem Untergrund, auf die etwas verborgenere Wegemarkierung.

Ich laufe, laufe, laufe.
Fühle mich frisch, ausgeruht und bin wohlgemut. Kein Mensch begegnet mir. Und dies, nebenbei bemerkt, wird auch in den nächsten Stunden so bleiben.

Der Weg führt an Dörfern, einzelnen Gehöften vorbei.
Mal laufe ich auf breiten Quasselpfaden, mal entlang gerade fußbreiter Trails.

Oha! Eine weitere Schlüsselstelle zeichnet sich dadurch ab, dass sich eben nichts abzeichnet.
Kein "H". Den Weg entlang der Pferdekoppel wieder zurück.
Ob ich mir bis zum nächsten Mal exakt diese mit kleinen Tücken versehene Weggabelung merken kann und ohne das geringste Zaudern den richtigen Pfad unter die Füße nehmen werde?

Es geht mir gut.
Nichts ziept, nichts schmerzt. Die Beine sind leicht.
Und doch spüre ich, das dieses meinen Laufstil auszeichnende "Schwebfliegen" seit dem Unfall im Januar sich verflüchtigt hat. Wo ist es geblieben?
Insgesamt, resümmiere ich, ist dieses Jahr läuferisch ein sehr schwaches. Bei realistischem Besehen ist es seit Beginn meines Laufens das mit Abstand schwächste Laufjahr.

Ich genieße es durch die Matschepampe zu laufen. Der Regen der letzten Tage hat den Boden stark aufgeweicht, gründlich gewässert.
Die Sonne schafft sich durch die Wolken, zaubert ein heiteres Farbspiel in den herbstlichen Wald. Es läuft mich dahin. Aufmerksam folge ich dem "H".

H
wie Hanse-Weg
Ich hab noch Frank 's Wort im Ohr "dann stößt du direkt auf den Hanse100-Weg und folgst dann den entsprechenden Schildern."
Der Heidschnuckenweg kreuzt eine Landstraße. Sie kommt mir sofortemente bekannt vor. Doch es ist kein HH-HB-Schild zu sehen. Was tun?
Nun, ich habe gelernt ( im Harz, beim Hexenstieg ----- auch wieder "H" ) strikt dem "H" zu folgen.
Brav überquere ich das Sträßle laufe wieder im Wald, dem "H" folgend auf dem Heidschnuckenweg weiter.
Eine neue Kreuzung.
Ich fühle mich unsicher. Natürlich weit und breit kein Mensch, den man und auch frau fragen könnte.
Zum ersten Mal heute ziehe ich die Karte zu Rate.
Das dauert. Dauert. Dauert.
Und dauert.
Dann habe ich den richtigen Weg - auf der Karte - gefunden.
Aha. Ich muss an der nächsten Kreuzung nach rechts, danach gleich wieder links abbiegen. So gesehen, getan, gelaufen.
Und ich laufe, laufe, laufe.
???
An jeder Waldwegleskreuzung bleibe ich nun stehen, vergewissere mich.
Wo ist der Hanse100 - Weg? Wo ist Sottorf?

Unvermittelt stoße ich auf eine Straße. Drei große Waldwege münden hinein. Auf der anderen Straßenseite erkenne ich freudigen Herzens das gesuchte Schild.
Ich lach mich halb schlapp. Über mich selbst.

H
wie, hach das wäre doch gelacht
nach einer ebenso großzügigen wie unnötigen Schleife - das ist doch positiver ausgedrückt als allerübeltes Verlaufen - bin ich wieder auf dem richtigen Weg, bzw auf dem Weg zum richtigen Weg! Sogar "Sottorf" ist in den wegweisenden Granit eingemeißelt.
Mein Schritt ist langsamer geworden.
Ich erinnere mich an Schritte vor fast einem Jahr auf diesem Weg.

H
wie Hamburg
das Ortsschild "Freie und Hansestadt Hamburg" taucht vor mir auf. Automatisch lenke ich unbedacht meine Füße weiter in Richtung "Majestätische Aussicht".
Ich stutze. Wende. Lache.
Laufe heimwärts.
Es regnet wieder sachte. Hungrig bin ich auch.
Ach, wie schön ist es heimzukommen und freudig begrüßt zu werden. "Du bist ja schnell, ich habe noch gar nicht mit dir gerechnet"
So betrachtet, ist mein Plan von Buchholz nach Hamburg zu laufen ziemlich gut gelungen. Ein, nicht geplanter Nebeneffekt: LSD-Trip mit 33 Kilometern.
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K
Hach wie schön!
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J
H wie: Humor. Und der ist, wenn man trotzdem lacht :)!
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F
<br /> <br /> Gelle!!?<br /> <br /> <br /> <br />

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