Wieder ein schöner Tag, sonnig und warm wird es werden.
Nach einem sehr guten Frühstück, von liebervoller Hand der Campingplatzwirtin zubereitet, zieht es meine Laufschuhe hinaus, zunächst wieder in Richtung Stiege. Und da ich dran hänge,...an den Schuhen, muss ich mit.
Hier entdecke ich noch gestern Unentdecktes, z.B. dieses Garagentor.
Otto was here???
Wahrscheinlich doch ein Holländer, der hier seine Tomatenplantage angelegt hat.
Und am Bahnhof kriege ich heute auch ein bisschen Zug.
Von Stiege aus zieht es mich dann auf den Selketal-Stieg. Von Stiege auf den Stieg, wie passend.
Die Harzer Schmalspurbahn hat dieses Tal auch für sich entdeckt.
Ab hier geht´s dann ins Ungewisse, denn hier hört meine Wanderkarte auf. Also Blindflug bis zum nächsten Ort, Güntersberge.
Und siehe da, plötzlich steh ich auf dieser Anhöhe mit gar lieblicher Aussicht. Eigentlich ungewöhnlich für einen Lauf durch ein Tal, denke ich noch so bei mir und schließe konsequent und richtigerweise daraus, dass ich mich verlaufen haben muss. Und siehe da, nach zwei Kilometern in Gegenrichtung finde ich ein abgebrochenes Hinweisschild auf den Selketal-Stieg im Straßengraben. Hier hätte ich nach links, dem Talverlauf folgend, eigentlich logisch, abbiegen müssen. Schieben wir es mal auf einen Zustand tiefster körperlicher und geistiger Erschöpfung.
Aber auch der wiedergefundene Selketal-Stieg ist nicht ganz ohne Hindernisse.
Und dann kriege ich sie endlich zu Gesicht, die Selke, eher eine Pissrinne.
Und kurz danach einen begehrten Stempel für den Harzer Wanderpass. Die Sammelleidenschaft dafür begann im Vorjahr, beim Etappenlauf über den Hexenstieg.
In Güntersfelde finde ich viele bunte Häuser.
Geschmackvoll aufeinander abgestimmt.
Schön, nee?
Von Güntersfelde nehme ich dann Kurs auf Allrode. Durch dieses Waldstück da hinten in der Ferne muss ich durch.
Watten datten???
Waldkalkung!!!
Dieses Waldstück ist wegen Waldkalkung gesperrt und jedes Betreten strengstens verboten, prangt es mir auf einem Schild entgegen.
Watt nu? Kilometerlangen Umweg? Nö!!!
Minutenlang beobachte ich den Hubschraubschraub, seinen Flugweg und messe die Zeit zwischen den einzelnen Anflügen, ca. 1,5 Minuten. Grob kalkuliert, 1,5 Minuten, 500 Meter gefahrvollsten Weges, nicht machbar. Ich schaffs aber trotzdem. Nee, nicht die 500 m in 1,5 Minuten, aber ungekalkt durchzukommen.
Geschafft.
Auch in Allrode gibt es dann wieder viel zu entdecken, wie diesen Zaun...
und bunte Häuser.
Diese Entdeckung bringt mich dann auf eine grandiose Idee.
Und Zisch und Klack und Wech.
Auf direktem Wege, schließlich bin ich nicht hier zum Marathonlaufen, geht´s dann ab Richtung Heimatbasis.
Den Fortschritt in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf.
Immer am Zaun lang.
Hügelauf und hügelab.
Freie Sicht bis zum Brocken.
Die letzten Meter.
Nach 29,7 km freue ich mich schon auf die Kiste unter dem Stuhl in der braunen Hütte.
Und geniesse dann den Abend mit Ausblick auf die Produktionsstätte des Autozulieferes Rad Hasselfelde.