Besonders groß ist sie nicht, teilweise sogar ganz schön krumm und für ne Dame auch recht bewachsen.
Trotzdem habe ich das letzte Wochenende mit ihr verbracht, in Bünde, beim 24 Stundenlauf http://www.24std-buen.de/de/24-stunden-lauf
Erster Wettkampf seit fast einem Jahr, mal sehen, was so geht, nach fast zwei Jahren voller Rückschläge durch so blöde Fersensporne an beiden Füßen und damit verbundenen längeren Zeiträumen ohne Laufen. Nun ja, längere Läuf fehlen wir immer noch, die Entwicklung der Wochenkilometer in den letzten drei Monaten aber macht Hoffnung. Und "100 km gehen ja immer", so ein Spruch, keine Ahnung, wer den geprägt hat, zu 24h-Läufen. Für mich übrigens einer der blödesten und arrogantesten Sprüche, von denen es beim Laufen ja einige gibt. Wird eigentlich nur noch überboten von "So ein kleiner Marathon geht immer."
Mit von der Partie, Marc, bei dem ich keinerlei Schwierigkeiten hatte, ihn vor ein paar Wochen von diesem Wochenendausflug zu überzeugen.
Und eigentlich auch mit von der Partie, Monika und Gisela. Wie das? Laufen die nicht am selben Wochenende beim Burginsellauf, die 24 Stunden in Delmenhorst?
Genau. Es sollte nämlich ein Fern-Wettkampf werden, zwischen dem Team Monika/Gisela und Marc/Frank. Welches Team schafft die meisten Kilometer in den 24 Stunden? Wer auf die Idee gekommen ist, weiß ich gar nicht mehr.
Mittlerweile wissen wir, dass das Team Gisela/Monika gar nicht komplett in Delmenhorst angetreten ist, also keine reguläre Wertung möglich ist. Schade, wir hatten uns schon so auf die Einlösung des Wetteinsatzes gefreut.
Ein relativ später Start um 15 Uhr macht es uns möglich erst am Veranstaltungstag anzureisen. 225 km sind von Hamburg bis Bünde zu überwinden, Glückskinder wie wir sind ganz ohne Stau, auch auf der Rückfahrt am nächsten Tag. Eigentlich wären wir ja schon gerne am Vortag angereist, um uns Bünde anzuschauen, aber der diesjährige Sommer lässt uns von diesem so schönem Plan Abstand nehmen.
Das Zeltlager. Leider nur in der Nähe, aber nicht unmitelbar an der Laufstrecke, wie bei anderen 24h-Läufen. Schade drum, aber so sind hier nun mal die Gegebenheiten, nicht zu ändern.
Ob das wohl die richtige Motivation für eine Laufveranstaltung ist?
Dazu passend.
Das ist sie, die Else. Von ihrer Länge von 35,2 Kilometern hat der Veranstalter sich ca 1,1 Kilometer als Kulisse für die Laufstrecke ausgesucht.
Das Besondere an diesem Fluss ist, dass er nicht wie andere, aus einer Quelle entspringt, sondern durch Bifurkation entsteht. Jetzt möchtet ihr wohl wissen, was das nun wieder ist, gelle?
Pausen-Training
Pünktlich um 13 Uhr öffnet die Startnummernausgabe.
241 Voranmelder für den 24 h-Einzellauf waren es laut Veranstalter-Heimatseite.
Dazu kamen noch ein 12- und ein 6-Stundenlauf, die gleichen Läufe auch für Staffeln, ein 3h-Schüler-Staffellauf und ein Marathon, der um Mitternacht gestartet wurde (Moonlight-Marathon).
362 Voranmelder für die Einzelläufe plus ne ganze Menge Läufer bei den Staffeln; es wurde also nie langweilig oder einsam auf der Strecke, aber auch, ausser auf dem ersten Kilometer nach dem Start, nie zu voll.
Die Rundenzählung erfolgte elektronisch. Dazu musste man zwei solcher Streifen an den Schuhen anbringen. Nicht gerade windschnittig. Und auch nicht gerade ungefährlich bei einem eventuellem Schuhwechsel. Schon ärgerlich dann, wenn man eine oder zwei Runden später erst bemerkt, dass man vergessen hat auch die Streifen mit umzubauen. Mir ist das nämlich bei einem anderen 24-Stundenlauf schon mal passiert.
Marc bastelt sich noch einen zurecht.
Und hier einmal ein intimer Einblick in das Marcsche Schlafgemach.
Dann kanns ja losgehen.
Vor-Start-Impressionen.
Dann geht es los, mit Unterstützung von Cheerleadern. Wie immer, wenn Politiker die Eröffnungsrede halten natürlich mit Verspätung.
Genau, sieh zu, dasseinnepuschenkomms.
Überraschung. Damit hatten wir nicht gerechnet. Drei Treppen, einmal neun Stufen abwärts, zweimal fünf Stufen aufwärts, hat der Veranstalter eingebaut. Und Fahrstuhl oder Rolltreppe? Fehlanzeige. Dazwischen, ein 200 Meter langes Stück über ein sehr hollprige Wiese. Umknickgefahr. Ich beschliesse, nachdem ich während der ersten drei Runden bereits zweimal umgeknickt bin, hier immer eine Gehpause einzulegen.
Die westliche Wendebrücke.
Blick nach Osten.
Die Gegengerade am nördlichen Ufer. Mit zunehmender Laufzeit wird die immer länger und weist auch zwei immer steiler werdende Steigungen auf.
Warum ich so gerne hinterherlaufe.
Das Ende der Gegengerade weist dann eine schier kaum zu überwindende Steigung auf.
Wemdebrücke Ost und Blick nach Westen.
Auf der leicht gekrümmten Zielgeraden.
Rundenmessung.
Und dann hat der Veranstalter auch noch für jede Menge Motivation gesorgt.
Der VP lässt keine Wünsche offen. Von Läufern für Läufer gemacht. Die Helfer haben zweitweise ganz schön zu tun, um für Nachschub zu sorgen.
Habe ich mich während des Laufes schon gefragt, warum hier so viel gefurzt wird, also von den Läufern, so wird mir das später durch Selbstversuch klar. Nämlich nachdem ich vom Haferschlei gekostet habe.
Nun aber wieder weg, zu weniger delikaten Themen.
Die Rundenlänge von 2,22 Kilometern erbringt schöne Zahlenspiele. Nach fünf Runden hat man 11,1 km erlaufen, nach 10 Runden 22,2 km, nach 15 Runden 33,3 km, nach 20 Runden 44,4 km, usw.. Nach 20 Runden ist dann also der erste Marathon eingetütet.
Selbst in der kürzesten Nacht des Jahres wird es irgendwann auch dunkel. Die Strecke ist aber gut beleuchtet. Nur später fällt ausgerechnet am Wiesenstück ein Teil der Beleuchtung aus. Das heißt, noch mehr Vorsicht walten zu lassen.
Wirklich schlimm aber.... Irgendwann laufe ich auf einen laut singenden Teilnehmer auf, überhole ihn, habe aber dann nicht genügend Kraft, mich entscheidend absetzen zu können. So habe ich zwei Runden lang diesen "Kunstgenuß". Nach zwei Runden aber dann ist glücklicherweise wieder Ruhe. War es nur das letzte Aufbäumen, wurde er von anderen Teilnehmern erschlagen oder hat der Veranstalter Erbarmen gehabt? Egal, Troubadix war jedenfalls still.
Den Samstag beende ich mit 28 Runden, 62,2 Kilometern.
Nach 35 Runden, 77,7 Kilometern die erste Auszeit. Für eine Stunde ziehe ich mich ins Zelt zurück, mit einem Plan.
Und so geht der Plan. Dreistellig soll es schon werden. 100 km sind mir dann doch zu profan, das kann ja jeder, 100 km gehen immer (s. oben).
Der von Marc vorbereitete Rundenzählzettel bringt die Erleuchtung. 50 Runden wären 111 km. Zwei schöne Zahlen. So soll es dann werden.
Zur Dämmerung bin ich wieder am Kreiseln.
Marc auch,...
trotz so mancher Verlockung.
Noch vor dem Frühstück sind 88,8 km erlaufen/erwalkt/ergangen/erschlichen.
Frische, noch warme, liebevoll belegte Brötchen schmecken dann richtig gut.
Gut gefrühstückt ist die halbe Runde.
Im Anflug auf die 45. Runde...
und damit auf das Anrecht mit der Angeberflagge zu wedeln.
Und damit hätte ich auch Schluss machen sollen, trotz Plan. Die letzten fünf Runden sind dann nämlich spaß- und sinnfrei, blasenbedingt, am rechten Fuß. Wird erst in der letzten Runde wieder besser, da macht sich nämlich der schon verloren geglaubte Fersensporn wieder auf sich aufmerksam und lenkt von den Blasen ab.
Aber Plan ist nun mal Plan.
Marc hat seinen eigenen und hängt noch ne Runde dran.
Ich geniesse die wesentlich weniger anstregende Rolle des Zuschauers.
Fazit: Ein sehr schöner, wirklich empfehlenswerter 24-Stundenlauf für einen guten Zweck. Ich habe eigentlich nichts verbesserungswürdiges entdecken können. Einzig und allein die räumliche Trennung von Zeltplatz und Laufstrecke war nicht so schön, ist aber dort nicht anders machbar. Wer aus dem Auto lebt oder betreut wird, findet aber entlang der Strecke ein paar passende Parkplätze.
Die Ergebnisse sind hier zu finden: http://my5.raceresult.com/29367/results?lang=de





























































































