45 Minuten vor dem Start um 09.00 Uhr sind Marianne und ich im Startbereich in Wernigerode, finden aber erst einen Parkplatz, der mit 10 Minuten Fußmarsch verbunden ist. Nicht weiter schlimm, hält warm, denn es ist recht kühl und es regnet ausnahmsweise ja mal nicht, anders als in den letzten Tagen. Die Wiese vor dem Startbanner ist recht gut gefüllt von Brocken-Marathonis in unterschiedlichster Laufbekleidung. Vom sommerlichen „Alles-Kurz-Outfit“ bis hin zur Antarktisexpedition ist alles dabei. Wer wird wohl recht behalten? Nach dem 7 Uhr Wetterbericht erwartet uns kühles Wetter mit bedecktem Himmel, ab und an sollen sogar ein paar Aufheiterungen dabei sein. Hört sich ja nicht gerade nach großer Niederschlagsgefahr an. Marianne läuft mit Rucksack, könnte noch aufrüsten, ich höchstens abrüsten.
Wie wir dort so stehen, bemerke ich gerade, dass hier im tiefsten Osten, die „Gefahr“, bekannte Läufer zu treffen, nicht so groß sei, da höre ich, „Frank, bist du das?“ Welch Freude. Zwei Fehnhelden-Ultra-Finisher, Rene und Hans-Dieter. Kaum mehr Zeit zu quatschen, denn um Punkt 9 Uhr startet der Marathon. Drei Stunden Zeit jetzt für uns 19 km und ca. 1000 Höhenmeter weiter den Brocken zu erklimmen, um den dortigen Cut-Off zu schaffen. Marianne, erfahrene mehrfache Brocken-Marathon-Finisherin gibt auch gleich ordentlich Gas. Die ersten 9 km bis Ilsenburg sind ja flach, so ihre Ansage. Erstaunlich wie unterschiedlich die Meinungen über flach sein können. Ich jedenfalls fühle mich erst ab dem Ilsetal besser. Zunächst sanft, aber stetig geht es bergauf. Aber je mehr bergauf desto weniger sanft, später für uns nicht mehr laufbar. Es beginnt nun auch zu regnen (so viel zur Verlässlichkeit von Wetterberichten), mal stärker, mal weniger stark, aber immer nassmachend. Mit 10 Minuten Vorsprung auf die Cut-Off-Zeit und frierend kommen wir auf dem Brocken an. Nur ein Grad C soll die Luft hier oben haben. Zu sehen ist so gut wie nix. Pottendick! Also zwei Minuten für Fotos am Gipfelstein geklaubt und dann bergab dem Ziel entgegen. Beim ersten VP hinter dem Brocken die große Enttäuschung. Alles Warme ausverkauft. Hier hat der Veranstalter sich wohl verkalkuliert. Wird aber besser, je tiefer wir kommen, da gibt es dann auch wieder heißen Tee und Haferschleim. Es läuft gut, trotz teilweise schwierigen Untergrundes und obwohl es noch zwei- oder dreimal merkbar bergauf geht. Nach 5:34:27 (Marianne) und 5:34:28 (ich) laufen wir gemeinsam über die Ziellinie. Schnell noch die Erbsensuppe einverleibt und dann zum Auto, wir sind nass bis auf die Haut. Erst eine warme Dusche bringt wieder Erwärmung.
Fazit: Ein empfehlenswerter Lauf mit vielen freundlichen Helfern und guter (mit Abstrichen) Verpflegung. Traumhaft muss die Strecke an einem schönen Herbsttag sein, der uns heute leider nicht vergönnt war.




























































