Eine Veranstalter-Mail vor drei Wochen, erinnert uns zum Glück an den 6 Stundenlauf in Otterndorf. Eine gute Idee, denn eigentlich wollte ich noch vor dem 1. Eissendorfer Forst- und Geländemarathon in drei Wochen, anlässlich meines 50. Geburtstages, einen Marathon laufen, damit es in drei Wochen mein 50. werden könnte.
Na gut, die Fahrerei von Hamburg nach Otterndorf auf der B 73 ist zwar nervig. Aber schon wieder Öjendorfer See, wo am selben Tag auch eine Marathonveranstaltung stattfindet? Nö, muss nicht sein,
Also ab nach Ott.
Außerdem und das sind natürlich Argumente, hat Veranstalter Thomas H., auch bekannt als Laufgott, uns 6 Stunden lang Dauerregen und 7 Grad C Lufttemperatur versprochen. Da werden wir noch drüber zu reden haben, ernsthaft.
Zeitig, eine Stunde vor dem Start um 10.30 Uhr, treffen wir in der grünen Stadt am Meer ein. Zwar ist dort weit und breit kein Meer, man muss diesen Slogan wohl in Cuxhaven geklaut haben, aber grün ist es wirklich.
Dieser Lauf punktet schon mit seiner Startzeit, die auch dem von etwas weiter her Anreisenden somit nicht zwingt, mitten in der Nacht aufzustehen.
Wir freuen uns, Sören zu treffen. Zwar hat er es auch nicht weiter als wir, trotzdem ist er schon am Vortag angreist, hat im Auto genächtigt.
Heike ist mit uns gekommen.
Damit wir den Weg finden.
Trostlos sieht es aus, ist es auch. Es regnet, ...dauerhaft und deutlich mehr als Bindfäden.
Und der gelbe Farbklecks dort, Laufgott Thomas, hat´s uns ja so versprochen.
125 Starter und Starterinnen werden die 3,3 km lange Runde bevölkern.
fi
Zwei davon, ...Begeisterung sieht anders aus, ...finde ich jedenfalls.
Gedränge um einen Platz im trockenen Zelt.
Was mag Rita da so zu amüsieren? Verraten hat sie es mir nicht.
Der Rundkurs führt im Uhrzeigersinn um den Nord- und den Südsee.
Nichts für Warmduscher.
Surfer sind Weicheier.
Der nahende Herbst lässt sich nicht übersehen.
Am (nicht an der) Nordsee.
Die Steckenposten geben sich redliche Mühe die Pfützen zu entleeren.
Kanufahrer sind auch nicht wetterfester als Surfer.
Selbst die Camper lassen sich nicht blicken. Kein einziger Grill, der seine Gerüche zur Laufstrecke rüberschickt.
Die letzten 600 Meter führen am Elbdeich entlang. Schade, dass man keine Zeit hat rüber zu gucken, aber schließlich ist man ja nicht zum Spaß hier.
Die Rundenzählung und der VP sind bald erreicht.
Beim VP, als ich ihn nach der ersten Runde ansteuerte, schallte mir ein begeistertes "Der Erste, der Erste" entgegen.
"Hä?", dachte ich so bei mir. "Sind doch einige vor mir gewesen.
Man klärte mich aber schnell auf, "Der Erste am VP."
Vor dem VP lag aber noch dieses Wendepunktstück vor einem.
Chipgesteuerte Rundenzählung.
Die netten Lüd vom VP.
Nach 1,5 Stunden hört es auf zu regnen, über Cuxhaven entstehen die ersten Wolkenlücken.
Von wegen 6 Stunden Dauerregen, mit falschen Versprechungen gelockt worden.
Elke auf ihrer vorletzten Runde. Verletzungsbedingt, die Südtirol-Verletzung machte wieder auf sich aufmerksam, muss sie nach 23,333 km aussteigen.
Summerfeeling.
Wird aber nicht lange anhalten. Schon bald werden wieder dunklere Wolken über´s Land ziehen und es wird auch noch einen schönen, fetten Schauer geben.
Langsam kommen auch die Urlauber in die Gänge.
Heike ist gut inne Gänge gekommen, ist auf dem Weg zu zwei persönlichen Bestleistungen.
Den Marathon wird sie nach 5:25 h erlaufen haben, nach 6 Stunden wird sie über 46 km amtlich festgestellte Kilometer gut geschrieben bekommen.
Auch bei mir läuft es unerwartet gut und leicht. Deshalb beschliesse ich nach 3 Stunden, mal zu schauen, was drin ist.
Der Vermesser, hoffentlich vermisst er sich nicht.
57,063 km nach sechs Stunden und mit 5:18h für die 50 km schaffe auch ich hier und heute zwei persönliche Bestleistungen. Wer hätte da vor einem Jahr dran geglaubt?
Das sind die jweils drei Erstplazierten. 78 km hat der Erste geschafft, eine Wahnsinnsleistung.
Auch wenn der Tümpel recht einladend aussieht, wir haben doch lieber die warmen Duschen des Campingplatzes genutzt.
Ein letzter Blick auf Wohnwagen, Elbdeich und Schiff.
Bis zum nächsten Jahr? Mal sehen. Aber nur, wenn der Laufgott seine Versprechungen einhält.