Seit drei Monaten nicht mehr vernünftig gelaufen, mindestens 5 kg zu viel auf den Rippen, erst 180 km in diesem Jahr, immer wiederkehrende Laufunlust, kurzum das bisherige Laufjahr 2013. Die Laufunlust befällt mich auch am letzten Montag, dem ersten Tag der Woche, in der wieder alles besser werden soll. Geplant war jeden Tag ein Lauf und am Wochenende zwei längere Läufes, so um die 30 km. Aber wie gesagt, bereits am Montag merke ich, dass ich dazu keine Lust haben werde.
Aber gerade deshalb, plagt mich verdienterweise ein mehr als schlechtes Gewissen.
Dann die rettende Idee. Ein Marathon am Wochenende, würde mich von den geplanten Aktivitäten befreien, denn davor und danach ist Ausruhen angesagt.
Gut, dass wir nicht nur in der Stadt der schönsten Marathonläufe leben, sondern wahrscheinlich auch in der, der häufigsten.
Ein Blick in den Laufkalender zeigt, dass am kommenden Wochenende gleich drei Marathons zur Auswahl stehen. An den Teichwiesen. Jeweils für Freitag, Samstag und Sonntag hat der Veranstalter Christian Hottas einen solchen im Angebot. Ich entscheide mich für den am Freitag, für den David Niven Marathon. Die Teichwiesen Marathons sind immer nach Prominenten benannt.
Gut ist, dass die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist, denn an einem Freitagnachmittag von ganz im Süden nach ganz im Norden Hamburgs, nee danke, muss nicht sein. Vom U-Bahnhof in Volksdorf ist es dann ein ca. 1,5 km langer Fußweg zum Treff-, Verpflegungspunkt und Ziel.
Die Sone, die wir nach langer, langer Zeit mal wieder zu Gesicht bekommen, tut ganze Arbeit und lässt das Volksdorfer Tunneltal im Matsch versinken.
Laufverbot.
Das Rückhaltebecken ist noch vom Winter gezeichnet.
Sehr pünktlich, bin ich am Treffpunkt, eigentlich überflüssig, denn der Veranstalter ist für seine Unpünktlichkeit berüchtigt. Mitläufer Hellmut berichtet von einer durchschnittlichen Verspätung, nicht des Startes, sondern Christians Erscheinen, von 12 Minuten.
Heute werden es 16 Minuten werden und dann ist das Starterfeld komplett und kurz darauf der VP aufgebaut.
(von li.nach re. Frank Lomott/Christian Hottas/Hellmut Siegert/Kornelia Feurich)
Wer jetzt aber glaubt, dass sie da liefen, der irrt, denn als nächstes ist ein Fußmarsch zum Start zu bewältigen.
Denn 16 Runden um die Teichwiesen, reichen nicht ganz für 42.195 Meter, es muss ein Auftaktstück gelaufen werden.
Uhrenvergleich:
Nach dem wir ausgiebig unsere Uhren verglichen haben, starten wir um 16.06 Uhr, mit 36-minütiger Verspätung.
Kornelia feuert gleich los.
Ich brauche derweil die ersten drei Runden dazu, meinen Körper davon zu überzeugen, dass das so richtig ist, was ich da tue.
Währendessen taut´s hier immer mehr auf, am rechten Wegrand ist´s besonders schlüpfrig, da versinkt schon mal der halbe Fuß in der Matschepampe.
So bis zum Halbmarathon beglückt uns noch die Wintersonne,...
...dann beginnt es zu dämmern.
Von der zweiten Hälfte ist nicht viel mehr als der Schein der Stirnlampe zu sehen.
Für diese brauche ich 16 Minuten länger, als für erste, was aber eher meiner schlechten Vorbereitung, als den schlechten Sichtverhältnissen zuzuschreiben ist.
Dennoch bin ich erstaunt, dass ich diesen Lauf in 4:41:02 schaffe, meine Teichwiesenbestzeit vom 29.03.2009, meinem bisher einzigen Auftritt dort, um sagenhafte 57 Sekunden unterbiete.
Das dies hier auch mein erster Marathon-Sieg wurde, erwähne ich aber besser gar nicht. :-))